Deutschland nur noch drittklassig?

Shownotes

Das frühe WM-Aus und die wirtschaftliche Stagnation befeuern den Eindruck, dass Deutschland in vielen Bereichen nicht mehr mithalten kann. Dem Nationalteam hat gegen Paraguay in der einstigen Paradedisziplin, dem Elfmeterschießen, die Nerven versagt. Volkswagen wird insgesamt 100.000 Arbeitsplätze abbauen, die Deindustrialisierung schreitet voran. Und egal ob es um Bildung, den Standort, oder das Gesundheitssystem geht – in kaum einem Ranking ist Deutschland noch Weltspitze. Julia Löhr und Johannes Pennekamp analysieren die Lage und gehen den Ursachen auf den Grund. Ist Deutschland wirklich so schwach geworden oder ist es Chinas Aufstieg, der verantwortlich ist für Deutschlands Schwäche? Die Wirtschaftsforscherin und China-Kennerin Dalia Marin beschreibt, wie der „China-Schock II“ die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Chemiebranche trifft – und was dagegen unternommen werden kann. Es bleibt allerdings der Befund: Viele Probleme sind hausgemacht. Werden diese Probleme von der Bundesregierung nun beherzt angepackt? Löhr und Pennekamp durchleuchten das Reformpaket der Bundesregierung – Steuerreform, Krankschreibungen, Bürokratieabbau. Sie erkennen darin gute Ansätze, aber noch keinen großen Wurf. Ist es dennoch an der Zeit für eine positivere Erzählung über den Zustand Deutschlands? Denn auch negative Narrative können sich verselbstständigen und zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Wie ist Ihre Meinung zum Zustand des Landes?

Mehr zum Thema:

F.A.Z.-Artikel zum Reformpaket der Bundesregierung

Buch über die Bedeutung von Narrativen in der Wirtschaft: Robert Shiller: Narrative Economics:

Studie zum China-Schock 2.0 des Instituts CER

Studie zum China-Schock des IfW Kiel

Löhr & Pennekamp debattiert die wichtigste wirtschaftspolitische Frage der Woche hintergründig, faktenbasiert und pointiert. Die beiden Hosts, Julia Löhr und Johannes Pennekamp, liefern Einblicke hinter die Kulissen der Berliner Politik und ordnen das Thema in den größeren ökonomischen Zusammenhang ein. Das Versprechen jede Woche: Wer zuhört, kann mitreden und hat die besseren Argumente. Jeden Samstag eine neue Folge.


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Transkript anzeigen

00:00:03: Ich war diese Woche in der Waschmaschine.

00:00:05: Weißt du was das ist, Johannes?

00:00:07: Das ist das Bundeskanzleramt!

00:00:09: Richtig genau da war am Donnerstagmorgen die große Pressekonferenz zu den Reformplänen der schwarz-ruten Koalition.

00:00:17: und als wir dann alle so im Kanzlergarten saßen wir Journalisten Da bekam das Ganze eine sehr feierliche Note, denn auf einmal ertönte ein Glockenspiel irgendwo in der Nachbarschaft und alle erstarten kurz und dachten, was passiert jetzt?

00:00:31: Und just in diesem Moment kamen dann tatsächlich Merz, Klingbeil, Söderer und Bas von der Seite rein.

00:00:38: Und die Pressekonferenz begann.

00:00:40: Eine erleuchterte Regierung!

00:00:44: Was war bei dir so los?

00:00:46: Ich war nicht in der Waschmaschine, ich war in der guten Stute.

00:00:48: Weißt du was das ist?

00:00:49: Ja die kann ich noch!

00:00:50: Die legendäre Kneipe im Frankfurter Gallusviertel wo unsere Redaktion ist.

00:00:55: Genau da haben wir ein bisschen gefeiert und Fußball geschaut.

00:00:58: Stimmung war dann nicht mehr so gut als Deutschland gegen Paraguay verloren hat.

00:01:03: Ich muss sagen mich persönlich hat es emotional gar nicht so sehr bewegt dieses mal.

00:01:07: aber hart war's am nächsten Morgen Als ich meinem Sohn verklickern musste, Deutschland ist ausgeschieden.

00:01:13: Er hatte Deutschland eigentlich im Finale erwartet.

00:01:16: Da flossen so ein paar Tränen diese

00:01:17: Woche.".

00:01:26: Und damit herzlich willkommen bei Leur und Pennecamp dem Wirtschaftspolitischen Podcast der FAZ!

00:01:31: Mein Name ist Julia Leuer.

00:01:32: Ich bin Wirtschaftskorrespondentin in Berliner Büro der FA Z.

00:01:36: Mein Name is Johannes Pennekamp.

00:01:38: Ich Bin Ressortleiter für Wirtschaftsberichterstattung in Frankfurt.

00:01:42: Gemeinsam beleuchten wir jeden Samstag das wirtschaftspolitische Thema der Woche.

00:01:47: Wir analysieren, wer im Berliner Regierungsviertel welche Absichten verfolgt?

00:01:52: Ja und wir analysieren was ökonomisch sinnvoll ist!

00:01:55: Und in dieser Woche stellen wir die Frage WM aus – und Wirtschaftstief ist Deutschland nur noch drittklassig.

00:02:06: Nach dem WM de Barke ist die Enttäuschung in Deutschland groß.

00:02:10: Zum dritten Mal in Folge ist nicht ins Achtelfinale geschafft.

00:02:13: In der Paradedisziplin, Elfmeter schießen schon wieder versagt und die Vergleiche ließen nicht lange auf sich warten obnicht dieser Ausgang dieser Weltmeisterschaft für Deutschland so sinnbildlich für die Lage im gesamten Land steht.

00:02:28: Gefangenen in der

00:02:29: Diplisiebe?

00:02:29: Jürgen, ich mittelmaß das passt alles zu den wirtschaftlichen Nachrichten dieser Tage.

00:02:33: Hunderttausend Stellen weg bei VW aus Stuttgart ein, zwanzig wird Stuttgart ein und dreißig Und investieren in Deutschland will auch niemand mehr so richtig.

00:02:43: Aber deshalb gibt es ja jetzt das große Reformpaket, dass die Koalitionäre am Donnerstag vorgestellt haben und mit dem ist zumindest die Hoffnung, Deutschland wieder zurück auf den Wachstumsfahrt finden soll.

00:02:54: Wir schauen uns da einige Punkte genauer an.

00:02:58: dann sprechen wir noch mit einer Ökonomen Dahlia Marin darüber wie weit Deutschland selbst in der Hand hat aus dieser Wachstoffkrise zu kommen.

00:03:08: Wir sehen uns da vielleicht auch China einen Strich durch die Rechnung macht.

00:03:11: Und dann arbeiten wir auch noch die vielen Zuschriften der vergangenen Woche auf, als wir sie gefragt haben was tun gegen die Geburtenflaute in Deutschland?

00:03:19: Da kamen sehr viele und durchaus sehr konkrete Vorschläge.

00:03:24: Beginnen wir mal mit einer kleinen Bestandsaufnahme.

00:03:26: Julia ist nämlich um Deutschland wirklich nicht gut bestellt.

00:03:31: Wir stehen nicht wirklich gut da.

00:03:32: ich habe mal ein paar Rankings rausgesucht Gibt kaum noch ein Ranking, in dem Deutschland vorne ist.

00:03:38: Beim Wachstum mit null Komma fünf Prozent Zuwachs erwartet.

00:03:41: dieses Jahr sind wir auf Rang Fünfzehnt von den zwanzig g-zwanzig Ländern im internationalen Standort Ranking das immer aus Luzan jedes Jahr kommt, sind wir Auf Rang Dreiundzwanzige Von Siebzig Minus Vierplätze.

00:03:55: zum Letzten Ja Im letzten PISA Test im Bereich Mathematik Sind Wir Auf Platz Einundzwantig Von Sechsensechzig Ländern Wenn Ich mich Jetzt Nicht Verrechnet Oder Verzählt habe.

00:04:05: Vorne sind wir eigentlich nur noch in so Kategorien wie bei den Gesundheitsausgaben, ohne dass wir besonders gesund werden in Deutschland.

00:04:14: Steuern und Abgabenlast Platz zwei in der OECD Statistik Diese Woche ist noch was besonders ins Auge gestochen.

00:04:22: Da gab es eine McKinsey-Auswertung zu den Investitionen, Investition wie gesagt sind wichtig für das künftige Wirtschaftswachstum in Deutschland und da sieht man eigentlich dass in Deutschland gerade noch so die Dinge, die kaputt gehen ersetzt werden.

00:04:35: aber es kommt nichts Neues mehr hinzu.

00:04:37: Und Julia jetzt mal an dich die Frage du warst im Kanzleramt haste Reformvorschläge live verfolgt, würdest du denn sagen setzen die bei den Problemen an oder fangen wir einen Schritt früher an?

00:04:49: was steckt dann eigentlich alles drin im Reformpaket?

00:04:53: Im Vorfeld hatten sich die Blicke ja vor allem auf das Thema Steuern gerichtet.

00:04:58: Wird es eine strukturelle Streuereform mit Entlastungen für breite Teile der Gesellschaft geben da muss man jetzt sagen Familien mit Kindern die werden tatsächlich eine Entlastung spüren, eine deutliche Entlasting weil das Kindergeld steigen soll.

00:05:15: Für Arbeitnehmer ohne Kinder sieht das schon wieder ein bisschen anders aus, die werden auch geringfügig Entlastungen spüren weil der Grundfreibetrag steigt und auch der Arbeitnehmerpauschbetrag steckt.

00:05:26: Der Spitzensteuersatz soll erst ein bisschen später greifen aber da reden wir nur von sehr wenigen Jahrhundertzweihundert Euro wenn es gut läuft.

00:05:37: und unter Ökonomen ist es gerade schon ein Riesenthema ob überhaupt die kalte Progression ausgeglichen wird.

00:05:44: Das ist dieser Fachausdruck dafür, wenn der Steuertarif an die Inflationsrate angepasst wird und da gehen die Meinungen schon auseinander ob das überhaupt gelingt oder in welchem Umfang das gelingt.

00:05:55: also eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit keine große Steuereform.

00:06:01: was sich tatsächlich ändert ist dass am oberen Ende die Steuersätze noch mal steigen.

00:06:06: also der reichen Steuerschatz von Der steigt auf siebenundvierzig Prozent ab einem Einkommen von ungefähr zweihundertachzigtausend Euro.

00:06:17: Und unten drunter die fünfundvierzicht Prozent, die aktuell gelten, die sollen schon ab zweihundertfünfzigtaussend Euro greifen.

00:06:24: Das ist vor allem für viele Mittelständler keine gute Nachricht denn viele von denen zahlen Einkommenssteuer und wenn das Unternehmen ein bisschen größer ist dann landen Sie tatsächlich auch recht schnell in diesen Sphären.

00:06:36: Was für die Wirtschaft positiv ist an dem Paket sind die Punkte zum Thema Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht.

00:06:44: Und Bürokratie, da geht es z.B.

00:06:47: darum das befristete Arbeitsverträge erleichtert werden sollen.

00:06:51: auch der Kündigungsschutz wird ein bisschen gelockert aber nur für sehr hohe Einkommen.

00:06:56: Beim Thema Bürokrate steht drin dass erstmal alle Berichtspflichten abgeschafft werden sollen oder auf den Prüfstand gestellt werden sollen unbedingt weiter gelten soll.

00:07:07: Das soll dann nochmal neu rechtlich beschlossen werden, also das ist schon ein Unterschied im Vergleich zu früheren Reformpaketen wird in der Wirtschaft ganz gut ankommen aber insgesamt würde ich schon sagen da wäre mehr drin gewesen gerade beim Thema Steuern.

00:07:24: Ja das Ist auch grob dass was die Ökonomien in ersten Reaktionen so gesagt haben Also dieses Paket ist jetzt ein Schritt in die richtige Richtung Aber eben nur einen Schritt oder ein erster Schritt wie viele gesagt haben.

00:07:37: Wenn man das so ein bisschen aus der konjunkturellen Sicht sieht, also was hilft um Deutschland beim Wachstum wieder voranzubringen?

00:07:45: Dann ist es diese Steuerreform nur in sehr geringem Maße wie du das gesagt hast.

00:07:49: Es geht ja um einen Volumen insgesamt von zehn Milliarden Euro.

00:07:53: Das ist Geld dass die Leute unter dem Strich dann mehr in der Tasche haben.

00:07:57: Dadurch wird der Konsum etwas stärker ausfallen Man kann sich ein bisschen mehr kaufen.

00:08:03: Aber das ist nicht so, dass Deutschland damit richtig aus dieser Stagnation rauskommt.

00:08:08: Es prallen halt auch zwei völlig unterschiedliche politische Denkan setze in der Wirtschaftspolitik aufeinander.

00:08:15: Die SPD ist halt der Meinung des was du gerade beschrieben hast.

00:08:18: Hauptsache der Konsum wird gestärkt.

00:08:20: Das ist das Wichtigste.

00:08:21: also gebt den Leuten mehr Geld zum Ausgeben und dann hilft es dem Unternehmen schon.

00:08:26: Und die Union auf der Seite, dass sie sagt wir müssen die Angebotsseite stärken.

00:08:31: Also wir müssen es den Unternehmen leichter machen günstiger machen hierzulande zu produzieren und wenn das geschieht kommen die Verbraucher gewissermaßen automatisch.

00:08:40: Und da gab's in den vergangenen Wochen hier in Berlin einen teils erbitterten Streit darüber ist jetzt richtig Angebotspolitik oder Nachfragepolitik zu machen wie das so heißt?

00:08:53: und ja Da kann man jetzt durchaus sagen hat sich eher die Nachfrageseite durchgesetzt.

00:08:58: Für die Angebotspolitik ist da jetzt nicht ganz so viel übrig

00:09:01: geworden?

00:09:02: Ja, ich würde sagen es ist ein Mischmarsch.

00:09:03: man weiß noch nicht so richtig was auf der Angebotsseite genau passiert weil wenn man in die Umfragen guckt was hält die Unternehmen eigentlich davon ab hier in Deutschland zu investieren?

00:09:13: dann sind das die hohen Kosten.

00:09:14: aber noch häufiger wird gesagt Es ist die Bürokratie es sind die vielen Berichtspflichten.

00:09:20: und wenn man jetzt schaut was die Regierung vorhat Es wird zumindest versprochen, dass sämtliche Berichtspflichten einmal auf den Prüfstand gestellt werden.

00:09:28: Was jetzt nicht durch europäische Gesetze und Richtlinien streng vorgegeben wird ist dann begründungspfrichtig.

00:09:35: das heißt die Beweislastumkehr wird umgekehrt.

00:09:38: also das was die Unternehmen leisten müssen das müssen jetzt die Ministerien erstmal wieder neu definieren und sagen Das es wirklich unverzichtbar damit in Deutschland niemand ausgebeutet wird damit der Gesundheitsschutz gewährt leistet ist.

00:09:52: Aber wie

00:09:53: oft hast du in den vergangenen Monaten das Schlichtwort Bürokratieabbau gehört?

00:09:57: und was ist passiert?

00:09:59: Also wir haben ein neues Tariftreuegesetz, wo eine eigene Behörde aufgebaut wird die genau nachprüfen soll.

00:10:06: Ob Unternehmen, die sich um öffentliche Aufträge bewerben ob die Tarifvorschriften einhalten oder Tarif ähnlich bezahlen ihre Mitarbeiter.

00:10:16: Dann gab es kürzlich einen Entwurf aus dem Arbeitsministerium zum Thema Arbeitszeitregelung, was da genau geplant ist auch wieder superbürokratisch.

00:10:25: Also ich stimme dir zu auf den Papier liest sich das alles prima.

00:10:28: aber auch hier in der Berliner Blase kursierten natürlich dann sofort so die Unkenrufe.

00:10:33: nach denen wird schon bei vielen Punkten eine Begründung einfallen warum diese und jene Pflicht unbedingt erhalten bleiben muss.

00:10:41: also wir können gerne in einem halben Jahr Bilanz ziehen wenn es wirklich so kommt.

00:10:44: der große Durchbruch Also die erste, die sich darüber freut und alles super.

00:10:49: Aber ich bin da echt noch skeptisch ob das wirklich so kommt.

00:10:53: Und beim Thema Kündigungsschutz sehen wir ja schon sehr restriktiv wo da gelockert wird.

00:10:59: Das Thema acht Stunden Tag aufweichen lieber eine Wochenarbeitszeit machen statt diese tägliche rigide Höchstarbeitszeit ist überhaupt keine Rede mehr davon.

00:11:09: also Ich wäre da eher bei einem deiner ökonomen Moritz Schulerig vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel, der sagt er also ein großer Wurf ist das nicht.

00:11:20: Ein ganz gutes Signal aber nicht der große Wurf.

00:11:24: Ja wir haben viel zu oft über Bürokratieabbau abstrakt gesprochen.

00:11:28: ich würde es dann aber auch anerkennen wenn mal irgendwo an einer Stelle anerkannt wird auch im Digitalministerium tut sich ja einiges.

00:11:35: beim Datenschutz soll auch angesetzt werden.

00:11:37: natürlich müssen wir abwarten ob belastbare Taten folgen, aber geben wir doch jetzt mal ein bisschen Credit der Regierung für den Moment.

00:11:46: Darf ich noch an einer Stelle etwas Wasser in den Wein gießen?

00:11:49: Aus meiner Sicht das große Manko bei diesem Paket ist... bei den Staatsausgaben ändert sich nahezu nichts.

00:11:55: Also man hätte ja durchaus eine größere Steuereform hinbekommen, wenn man mal dieses Thema Staatsausgaben wofür geben wir alles Geld?

00:12:03: Aus welche Programme haben Sie da in den vergangenen Jahren Jahrzehnten angesammelt die man vielleicht auch mal auf dem Prüfstand stellen könnte?

00:12:10: Da passiert kaum was sondern es geht letztlich nur darum auch wieder zusätzliche Einnahmen ins System zu bringen und das sehe ich kritisch.

00:12:17: aber... Ich rede nicht weiter!

00:12:21: Bleiben wir noch ganz kurz dabei.

00:12:22: Ich finde, es ist auch aus ökonomischer Sicht sehr wichtig wie wir darüber reden denn Ludwig Erd hat mal gesagt Wirtschaft ist zu fünfzig Prozent Psychologie und das sehen heute auch Nobelpreisträger so.

00:12:35: ich muss mal kurz hinter mich greifen Julia einen Moment weiß nicht ob du's lesen kannst kann

00:12:44: ich nicht ließ vor

00:12:45: Robert Schiller Narrative Economics Vor einigen Jahren erschiennes Buch eines Nobelpreis Trägers aus Amerika.

00:12:53: Er sagt, was das Wirtschaftsgeschehen bestimmt sind nicht nur Zinssätze, Angebotenachfrage sondern die Art und Weise wie wir Geschichten erzählen.

00:13:02: Was für ein Narrativ ihr vom Wirtschafts geschehen haben?

00:13:05: Und er sagt solche Narrative verbreiten sich vivieren also können zu einer Epidemie werden und im schlimmsten Fall alles lahm legen einfach nur wegen der Geschichte, die wir daraus gemacht haben.

00:13:17: Und so sehe ich es in Deutschland auch, wenn man darf auf keinen Fall alles schönreden – Ich weiß!

00:13:22: Aber wir müssen auch schon aufpassen, dass wir nicht nur die negativen Aspekte herauspicken.

00:13:26: Du trinkst ein bisschen so als wolltest du dich im Kanzleramt in der Kommunikationsabteilung bewerben?

00:13:32: Da klang das jetzt immer

00:13:33: auch

00:13:33: so... Als ich März beim Tag der Industrie war, war er ja sehr bemüht positive Stimmung zu verbreiten, hat noch mal betont das Glas ist halb voll und nicht halblehr.

00:13:44: Und da schwingt auch immer so ein bisschen Medienkritik mit dass wir alles hier zu schlecht reden würden und uns immer die Dinge was sie rauspicken die eben nicht gut laufen.

00:13:53: aber ich finde schon dass es auch dass wir den Finger in die Wunde legen müssen und wenn bestimmte Dinge nicht passieren obwohl sie uns wirtschaftlich deutlich weiter bringen würden dann ist das auch unsere Aufgabe dazu sagen ne an der Stelle läuft's nicht gut.

00:14:07: Grundsätzlich stelle ich mir aber zu, dass es quasi eine positive Erzählung braucht.

00:14:12: Warum machen wir diese Reform und warum steht Deutschland dann in einigen Jahren oder Jahrzehnten besser da?

00:14:18: In dem Punkt bin ich völlig bei dir.

00:14:20: Da kam heute leider auch noch wenig was so'n bisschen Division angeht wo wir dann ein paar Jahre mal eigentlich hinwollen mit dieser Volkswirtschaft.

00:14:29: Ich sehe nur den Vergleich wenn ich nach Frankreich schaue Wenn ich nach Großbritannien schau.

00:14:33: Da passiert reformmäßig gar nichts mehr in diesen Ländern.

00:14:37: Da ist zu befürchten, dass dort die Rechtpopulisten die rechtsextremen völlig das Ruder übernehmen.

00:14:43: Darum würde ich doch sagen lasst uns diese Reformwelle zumindest ein bisschen mit reiten, solange es geht.

00:14:48: Gut dann reiten wir auf der Welle!

00:14:52: Ja aber wir wollen jetzt einfach mal auch die Frage stellen wie viel von dieser Schwäche, die wir hier in Deutschland jetzt gerade haben?

00:14:59: Ist eigentlich wirklich Haus gemacht und wieviel entsteht eigentlich davon dass ein anderer Player einfach sehr groß und mächtig wird.

00:15:07: Es geht natürlich um China, Chinas Stärke wird zu unserer Schwäche.

00:15:13: Das war heute auch kurz Thema?

00:15:14: Genau das war kurz Thema.

00:15:15: aber ja also ich stimme dir in der Grundthesin nicht so ganz zu weil ich finde, dass wir es uns immer so bisschen einfach machen darauf zu verweisen wie böse die Welt ist oder im Fußball wie wiedrig dort die Umstände sind Der Schiedsrichter, der das Tor wieder

00:15:30: aberkannt hat.

00:15:31: Genau in der Weltpolitik ist es dann Trump und China und alle meinen ist böse mit uns.

00:15:36: aber ich würde schon sagen dass die meisten unserer Probleme tatsächlich rausgemacht sind und wir sie auch hier vor Ort lösen können.

00:15:42: Aber ich will dich nicht von einem Chinatrip abbringen.

00:15:45: Ja genau da kommen wir ja gleich nochmal zu, was alles Haus gemacht ist.

00:15:49: Es gab aber in den letzten Wochen zwei sehr interessante Studien zum zweiten China-Shock.

00:15:54: Der erste China-shock hat China angefangen günstige Produkte herzustellen und die Welt überschwemmt.

00:15:59: Es hat vor allem Amerika getroffen.

00:16:01: Da sind viele Produktionsarbeitsplätze verloren gegangen, was nicht zuletzt dann viele Trump-Wähler hervorgebracht haben.

00:16:07: So jetzt läuft der zweite China-Shock.

00:16:10: China spezialisiert sich auf Autos, Maschinen, Chemie oder Pharma.

00:16:17: Bereiche, in denen Deutschland jahrelang Exportweltmeister war.

00:16:20: Ich glaube ein Drittel der Weltproduktion also aller produzierten Güter auf der Welt kommt inzwischen aus China.

00:16:26: hat unser China-Korrespondent Gustav Teile mal geschrieben?

00:16:29: Ja!

00:16:29: Also das ist das Ausmaß.

00:16:30: aber jetzt wo das Wachstum ist in China sind genau die Bereiche in den Deutschland stark ist.

00:16:38: Die erste Studie hat das nur sehr schön Beispiel Autos auf den Punkt gebracht.

00:16:43: wo fünf Jahren hat Deutschland hat China noch mehr Autos importiert als ausgeführt, insbesondere deutsche Autos sind auf den chinesischen Markt gekommen.

00:16:52: Heute exportiert China fünf Millionen Autos mehr als es importiert und das ist direkte Konkurrenz für Deutschland.

00:17:02: Und die andere Studie aus Kiel zeigt allerdings auch dass in den Drittländern in denen sich China bereit macht der Deutsche Marktanteil ganz besonders schrumpft und wir es nicht schaffen uns da irgendwie zu behaupten.

00:17:19: Andere Länder, USA, Südkorea, Schweiz schaffen das sehr viel besser diesen insgesamt etwas kleiner werdenden Kuchen dann da zumindest ihren Marktanteil zu behalten.

00:17:31: was dann wiederum, sorry es wird etwas kompliziert, was dann aber wiederum dafür spricht dass wir schon auch Haus gemachte Probleme haben.

00:17:38: Das heißt, einmal gräbt uns China das Wasser per se ab und dann sind wir auch noch im Wettbewerb zu anderen westlichen Ländern besonders schwach und angreifbar.

00:17:48: Gut jetzt würde mancher hier in Berlin sagen deswegen müssen wir ähnlich wie die Amerikaner hier auch die Handelshürden hochziehen und uns besser gegenüber China abschotten.

00:17:58: aber da läuft ja gerade auf der EU-Ebene eine große Diskussion drüber.

00:18:03: Da läuft was dazu, aber sagt doch mal im Reformpaket der Bundesregierung.

00:18:06: Was ist denn da jetzt der neueste Stand wie man sich zu China positionieren will?

00:18:11: Ja es gibt in Berlin eine ganz interessante neue Tonlage was China angeht.

00:18:16: also in den ersten Monaten dieser Regierung war der Kurs eher so wie früher unter Angela Merkel eine Umarmungsstrategie.

00:18:24: Friedrich Merzweyer im Frühjahr in China auch zu Besuch und hat da von einem engen Partner gesprochen.

00:18:30: Und das war alles sehr freundschaftlich, wohlgesonnen.

00:18:34: Das hat sich aber in den vergangenen Wochen tatsächlich verschoben schon beim G-Siebengipfel in Evian.

00:18:40: Da sprach er von diesen massiven Wettbewerbsnachteilen die wir hier haben weil eben China diese Exportflut in die Welt drückt seine Fabriken hoch subventioniert, seine Währung künstlich niedrig hält sich so international Vorteile zu verschaffen.

00:18:58: Also da war schon ein kritischer Ton zu hören und tatsächlich ist jetzt in diesem Beschlusspapier vom Koalitionsausschuss die Rede davon, dass eine neue Außenwirtschaftsstrategie entwickelt werden soll.

00:19:09: das Wort China taucht dann keiner Stelle auf.

00:19:11: aber es schwebt natürlich über allem und da steht zum Beispiel auch drin also nicht nur dafür sorgen, dass nicht mehr diese hoch subventionierten Produkte in diesen Mengen zu uns kommen.

00:19:23: Sondern da steht auch etwas drin was glaube ich vor ein paar Monaten noch relativ undenkbar gewesen ist das wir auch quasi vom Technologie-Transfer profitieren wollen.

00:19:35: also früher hat China ja mal von uns gelernt.

00:19:38: für deutsche Unternehmen gab es in China einen Joint Venture zwang Und jetzt in ausgewählten Bereichen nur, aber jetzt soll sowas tatsächlich umgekehrt kommen.

00:19:46: Dass wenn China hierzulande investiert wir wiederum von den chinesischen Fähigkeiten lernen das finde ich schon ganz bemerkenswert.

00:19:54: Das war lange Zeit eine SPD-Position die Gewerkschaften haben es auch gefordert so einen umgekehrten Joint Rancher zwang.

00:20:00: aber dass das jetzt in einem geeinten Koalitionspapier steht Das ist schon ganz bemerkenswert.

00:20:06: Ja,

00:20:06: dazu werde ich gleich auch die Ökonome in der Lea Marien befragen was sie dazu sagt.

00:20:11: aus meiner Sicht ganz klar zeigt das natürlich auch wie verzweifelt die Lage aktuell schon ist dass man zu solchen Maßnahmen greift für die man zurecht sonst auch andere angeprangert hat.

00:20:22: denn kein Unternehmen das in Patente in Forschung investiert hat gibt gerne seinen Know-how Einfach so Preis.

00:20:28: und auch noch ein anderer Punkt, der heute in Berlin genannt wurde.

00:20:32: Wir nehmen am Donnerstag auf also am Tag des großen Reformpakets da hieß es soll gegen diese wirtschaftspolitischen oder handelspolitische Ungleichgewichte vorgegangen werden.

00:20:43: das muss man auch kurz erklären.

00:20:45: China exportiert sehr viel mehr Waren als es importiert.

00:20:50: einen riesiger Handelsüberschuss hat sich da angehäuft.

00:20:54: Dagegen gibt es Kritik und jetzt auch eben aus Deutschland.

00:20:58: Da muss man natürlich sagen, da sitzen wir auf einem enorm dünnen Brett, denn Deutschland war Jahre und Jahrzehnte lang das Land, dass sie sehr viel mehr exportiert hat als es importiert hat.

00:21:10: Wir tun das immer noch und während der Euro-Krise wurden wir dafür natürlich massiv kritisiert, aus den anderen Euro-Ländern wurde auch als eine Mitursache für diese Schuldenkrise anderer Länder dann ausgemacht.

00:21:23: Wir haben das immer verteidigt zurecht ökonomisch kann man es auch verteidigen.

00:21:26: Das wäre jetzt finde ich fatal wenn wir da auf dieser Argumentationslinie in Deutschland einschwenken.

00:21:32: Na guck wie sich das so entwickelt?

00:21:34: Ja wir haben Dalia Marin erwähnt.

00:21:36: sie ist Ökonomin Professorin für internationale Ökonomie an der TU München.

00:21:42: Ich habe mit ihr Kurz vor unserer Aufnahme gesprochen, es ging v.a.

00:21:46: um China.

00:21:46: hören wir doch mal was sie zu Deutschlands Zweit- und Drittklassigkeit zu sagen hat.

00:21:54: Ja guten Tag Frau Marien.

00:21:55: herzlich willkommen im Podcast Leur & Pennecamp!

00:21:58: Guten Tag.

00:22:00: Deutschland ist bei der WM früh gescheitert.

00:22:02: Es liegt ja jetzt nahe die Analogie zur Wirtschaft und zum Zustand des Landes zu ziehen.

00:22:07: Würden Sie denn auch wirtschaftlich sagen dass Deutschland nur noch zweit oder drittklasse Gist?

00:22:14: dem Jahr zwanzig, neunzehn nicht mehr.

00:22:17: Also wir haben eine stagnierende Wirtschaft seit zweitausendneunzehnt, das sind sieben Jahre.

00:22:24: Das ist historisch eine einzigartige Herausforderung für Deutschland.

00:22:29: also in diesem Sinn Sind wir wieder der kranke Mann in europa?

00:22:34: Das wurde ja damals in den neunziger jahren So.

00:22:38: deutschland wurde in den zwanzinnen Neunzen neunzigern Jahren so bezeichnet.

00:22:47: Was ist denn die Hauptursache des Problems?

00:22:51: Die Hauptursachen, würde ich sagen, ist der Kinder-Schock.

00:22:55: Der wurde eingeleitet nach der Pandemie als wir in Shanghai die erste Automesse hatten und dann ging bei dieser Messe gegen die Konsumenten alle, die vorher alle deutschen Autos geliebt haben zu den Chinesen über.

00:23:19: Das war ein Schock und dieser Schock war ein Signal dafür dass da etwas in die falsche Richtung geht.

00:23:27: Ich habe ja schon vor drei Jahren vor dem Chinashoc gewarnt.

00:23:30: nur damals wollte das niemand hören und niemand sehen.

00:23:34: und jetzt ist es halt eingetreten.

00:23:38: Jetzt droht der nächste, China schockt unsere Schlüsselindustrie in Automaschinenbau Chemie und Pharma anzugreifen.

00:23:45: Was wären denn die ein zwei konkreten Maßnahmen, die Sie jetzt der Bundesregierung empfehlen würden um da dagegen zu halten?

00:23:52: Naja ich habe vorgeschlagen dass man die Industriepolitik Chinas umdreht.

00:23:59: Die Chinesen haben ja.

00:24:01: der Erfolg der Chinesien geht ja zum Teil darauf zurück dass sie die Deutschen so schön kopiert haben.

00:24:08: Die chinesische Regierung hat verlangt, dass man in Gemeinschaftsunternehmen produziert wenn man den chinesischen Markt betreten möchte und das hat dann dazu geführt.

00:24:21: es ist zu einem Technologietransfer nach China kam von den deutschen Firmen.

00:24:26: Wenn Sie im selben Unternehmen arbeiten können Sie lernen Sie die Technologie.

00:24:35: Ja, das ist der Erfolg Chinas gewesen.

00:24:37: Und jetzt meinte ich, dass die Europäische Kommission den Zugang zum Billenmarkt davon ab für die Chinesen – es geht jetzt um eine China-Politik – davon abhängig machen, dass sie in Gemeinschaftsunternehmen mit europäischen Firmen produzieren.

00:24:58: Das war jetzt die Idee!

00:25:00: Und da muss man dann im Detail darauf schauen, wie diese Joint Ventures ausgestattet werden.

00:25:07: Aber das war die Idee, dass man einen umgekehrten Technologietransfer erzeugt, weil die Chinesen nun einmal die Weltführer in diesen Technologien – wie die Batterie – in grünen Technologieren in der Digitalisierung sind und es darum geht, dass Man das Rassch lernt!

00:25:24: In ihrem Reformpaket, das die Bundesregierung gerade vorgelegt hat, fordert die Bundesregierung jetzt auch

00:25:30: auf

00:25:31: das bestimmte Drittstaaten.

00:25:32: Gemeint ist China in bestimmten Sektoren Technologie offenlegen muss also ihr Produktionswissen weiter gibt?

00:25:40: Ist das ein Schritt in die richtige Richtung?

00:25:43: Nein ich glaube nicht weil die Crux liegt ja darin dass man die Chinesen dazu bringt dass sie diese Technologie teilen und Ich habe jetzt vor zwei Wochen eben gehört, wie die Reaktion der chinesischen Regierung war auf diese Forderung der europäischen Kommission.

00:26:02: Dass man einen erzwungenen Technologietransfer bindet an den Marktzugang.

00:26:08: und die Chinesen haben darauf reagiert dass sie gesagt haben das wird nur von der zentralen Regierung gelöst sozusagen.

00:26:18: Das heißt, die Entscheidung ob es dazu kommt oder nicht wird die Zentralregierung entscheiden und dass der Grund warum es umgekehrt mit China in den neunziger Jahren so gut funktioniert hat war weil es wettbewerb unter verschwiedenen europäischen amerikanischen Firmen um den Marktzugang damals in China ging.

00:26:41: Und diese Konkurrenz unter den Firmen um den Marktzugang haben dazu geführt, dass sie die Technologie offengelegt haben.

00:26:51: Jetzt hat die chinesische Regierung entschieden das nicht auf der Firmenebene behält sondern zentralisiert zum Staat hoch und der entscheidet dann wie das abzuführen ist.

00:27:05: also die Chinesen sind nicht zu dieser Kooperation bereit Und das ist jetzt dramatisch, weil da muss man sich überlegen wie man auf das reagiert.

00:27:15: Die abschließende Frage der zweite China-Shock ist jetzt voll am Laufen.

00:27:18: würden Sie sagen Das schlimmste ist schon überstanden oder kommt das dicke Ende noch?

00:27:25: Wir haben es nicht hinter uns.

00:27:27: Es hängt den Scheiden davon ab.

00:27:31: Da ist jetzt die Politik gefragt, die europäische Politik und die deutsche Politik.

00:27:36: Weil das betrifft ja insbesondere Deutschland wie sie mit China umgehen?

00:27:43: Die Bedrohung, die hier besteht, ist dass diese Industrie nach China abwandern.

00:27:48: Das ist eine reale Bedrohrung jetzt!

00:27:54: Was die deutsche Regierung auf jeden Fall machen kann und darüber hat sie eine Kontrolle, ist neue Industrien zu fördern.

00:28:03: Also die Verteidigungsindustrie im Militärsektor, Raumfahrt, Flugzeuge

00:28:09: usw.,

00:28:10: das sind alles Industrien, die nahe beim Maschinenbau und bei der Fahrzeugindustrie sind so dass wir hier noch Hau einsetzen können.

00:28:22: Frau Marien, vielen Dank für das Gespräch.

00:28:28: Ja Julia was fandest du bemerkenswert an dem Gespräch?

00:28:31: Na gut der Ausdruck dass wir jetzt der kranke Mann Europas wieder sind klar ist.

00:28:36: kein ganz neuer Befund hat ja auch schon der britische Economist so getitelt.

00:28:40: aber das ist natürlich schon ziemlich bitter und ich finde ja klar ist China ein großes Problem.

00:28:47: uns setzt uns sehr unter Druck und wir brauchen dringend eine gute stringente China-Strategie und nicht dieses hin und her, was wir jetzt in den vergangenen Monaten erlebt haben.

00:28:57: Aber ich würde noch mal ein Plädoyer dafür halten, dass wir uns wirklich mehr auf unsere eigenen Stärken und auf unsere eigene Probleme konzentrieren müssen.

00:29:06: Also nochmal eine Größenordnung der Etat von Forschungsministerin Dorothee Baer – das sind gerade einmal etwas mehr als zwanzig Milliarden Euro im Jahr zumindest so in der mittelfristigen Haushaltsplanung Und der Sozialetat, der steigt auch weit über zweihundert Milliarden Euro.

00:29:22: Also das ist das Zehnfache!

00:29:24: Wir müssen wirklich die richtigen Prioritäten hier setzen und dazu... Das heißt auch dass viele staatliche Ausgaben, die wir uns in den vergangenen Jahren so geleistet haben auf dem Prüfstand müssten und das geschieht aus meiner Sicht noch zu wenig.

00:29:39: aber ich ahne, dass du das Bild nicht ganz so schlecht malen willst.

00:29:45: Nee, ich würde es eher sagen Ah, da bewegt sich jetzt doch mal langsam was.

00:29:50: Und das würde ich hier heute in den Vordergrund stellen.

00:29:54: haben wir lange Monate lang drauf gewartet gab lange keine Regierung die so viele große Reformen auf einmal angepackt hat?

00:30:01: dass das nur nicht alles passt ist zu bedauern und zu bemängeln und dann werden wir weiter Druck machen dass sich das noch ändert.

00:30:08: aber diese positive Botschaft die nehme ich heute einfach mal mit.

00:30:11: Beim Thema Bürokratie und Arbeitsmarkt würde ich dir auch durchaus zustimmen.

00:30:16: Ich finde, im Herbst könnte die Koalition nochmal Anlauf auf eine richtige Steuerreform nehmen oder

00:30:22: spätestens

00:30:23: im nächsten Jahr.

00:30:24: Stimmt!

00:30:24: Wir könnten ja mal wieder ein Herbst der Reform ausrufen aber nicht heute.

00:30:34: So wie jede Woche wollen wir natürlich auch von Ihnen wissen was Sie über unser Thema denken?

00:30:40: Wo läuft das aus Ihrer Sicht jetzt jenseits des Fußballs So richtig schlecht?

00:30:45: oder haben Sie auch Beispiele, wo es richtig gut läuft und was wir vielleicht auch mehr in unserer Berichterstattung betonen sollten?

00:30:53: Schreiben sie uns gerne an podcast.atfaz.de Oder brechen Sie uns eine Nachricht auf unser WhatsApp-Handy, die Nummer finden Sie in den Shownotes!

00:31:05: Ja Julia, auch in der letzten Woche haben wir eine Frage gestellt und viele Antworten bekommen.

00:31:09: Genau, wir wollten von den Hörern wissen was sie denn gegen die niedrige Geburtenrate in Deutschland tun würden.

00:31:16: Da gab es viele Zuschriften.

00:31:18: eine lese ich mal als erste vor.

00:31:20: das kam von Michael Bayer der sich mit ökonomischen Studien fast so intensiv beschäftigt wie du schien mir.

00:31:27: er hat nämlich unter Verweis auf mehrere Studien einer Elterndividende vorgeschlagen dass nämlich Kinder soweit sie anfangen zu arbeiten Die Rentenbeiträge quasi nicht an die heutigen Rentner zahlen, sondern dass sie auf ein Konto fließen und angelegt werden für die eigenen Eltern.

00:31:46: Und wenn die dann in Rente gehen dieses Geld ausgezahlt wird zusätzlich da noch eine Rente aus dem Umlageverfahren gezahlt wird also das Eltern in dieser Hinsicht besser gestellt würden.

00:31:57: Es gab auch ansonsten recht viele Zuschriften In die Richtung.

00:32:00: man sollte doch die Rente von der Höhe der Kinder also von der Zahl der Kinder abhängig machen.

00:32:05: Man sollte Alle Erziehungsarbeit, die Kosten, die damit verbunden sind von der Besteuerung freistellen.

00:32:12: So dass man dann wenn man mehrere Kinder hat, dann kaum noch Einkommenssteuer zahlen muss.

00:32:17: Das könnte angesichts der Haushaltsnöte etwas schwierig werden.

00:32:21: Es gab auch ganz viele Zuschriften nach dem Motto Finger weg vom Ehegattensplitting.

00:32:26: also Fördert es weiter, wenn einer Vollzeit arbeitet und der andere oder die andere in Teilzeit arbeitet.

00:32:34: Das ist ja auch politisch ein sehr umkämpftes Thema und auch unter Ökonomen wobei die sicher relativ einig sind dass man da was machen müsste.

00:32:42: also genau das Ehrgattensplitting hat unter unseren Hörern große Sympathien und interessant fand ich auch Silke Ammann hat uns geschrieben Neben dem Rad, Finger weg vom Ehrgarten-Splitting.

00:32:55: noch ein Rat an uns Journalisten gegeben hat der sich glaube ich auch ein bisschen auf unsere Website bezog dass wir nicht so viele Geschichten schreiben sollen über Fremdgehen und Trennungen sondern mehr positive Geschichten.

00:33:09: Auf die Narrative kommt es an Julissa.

00:33:10: Ja aber schreibt mehr darüber wie langfristige Beziehungen gelingen können.

00:33:15: war ihr Votum?

00:33:16: das geben wir doch gerne an die Kollegen aus unserem Lebenressort.

00:33:20: weiter So und du hast diese Woche unser vergessenes Thema mitgebracht.

00:33:25: Ja, und zwar ist es ein Thema das auch berichtet wurde aber eher klein-und unauffällig diese Woche und was glaube ich noch vor einem Jahr der Topknalleraufmacher überall in der Tagesschau gewesen wäre.

00:33:37: Und zwar hat Donald Trump im vergangenen Jahr alleine durch Krypto Gewinne mehr als eine Milliarde Dollar eingenommen.

00:33:46: sein Reichtum ist gewachsen Und ich halte es für ein Riesen-Skandal, dass ein amerikanischer Präsident der selber für Krypto Werbung macht, der diesen Markt maßgeblich reguliert und ausbauen will.

00:33:58: Denn mit einem eigenen Familienunternehmen vor allem hunderte Millionen in Summe waren's glaube ich eins Komma zwei Milliarden Dollar an Gewinn einnimmt.

00:34:09: Früher hätte man das Bereicherung genannt heute ist es amerikanische Alltag offenbar

00:34:15: Aber in der FAZ ist auch ein größerer Artikel durchaus dazu erschienen.

00:34:18: Ja, das vielleicht einfach mal zu unserer Denk- und Arbeitsweise hier.

00:34:23: Wir sprechen da häufiger darüber, dass wir auf gar keinen Fall diese Dinge so zum Alltag werden lassen können sondern immer wieder sichtbar darüber berichten weil... Das ist nicht normal!

00:34:33: Darf auch nicht normal werden?

00:34:36: Ja Julia bis zur nächste Woche wieder in der Waschmaschine was es nächstes Wochen wird.

00:34:40: Nein ich glaube nicht aber vielleicht in der Bundespressekonferenz.

00:34:44: Da wird nämlich am Montag der Haushalt für das kommende Jahr vorgestellt vom Finanzminister.

00:34:51: Es gab ja schon die Eckpunkte, die kennen wir schon aber jetzt kommt quasi das komplette Zahlenwerk.

00:34:57: Darauf richten sich viele Blicke.

00:34:58: es ist relativ ungewöhnlich dass sowas am Montag geschieht.

00:35:01: Am Montag findet sonst eigentlich sowas nicht statt.

00:35:06: Aber am Dienstag und am Mittwoch ist NATO-Gipfel und deswegen ist quasi das Kabinett was sonst am Mittwort stattfindet rückt auf den Montag und deswegen wird das ein ziemlich arbeitsreicher Tag Und da schauen wir dann auch genauer drauf.

00:35:47: Ja, bewerten Sie uns auf Apple, Spotify.

00:35:49: Folgen sie uns da dort.

00:35:51: Erzählen sie uns weiter.

00:35:53: Positive Narrative über diesen Podcast sind immer herzlich willkommen!

00:35:57: Und jetzt raus aus den Bubbles rein ins Leben.

00:36:01: Bis nächste Woche wenn es wieder heißt Lör

00:36:03: und PeneCamp.

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