Die neue Lust am Sozialismus – ist das die Lösung für unsere Probleme?
Shownotes
Die Linke will Wohnungsunternehmen enteignen und punktet damit in Berlin bei vielen Wählern. Die Spitzenkandidatin Elif Eralp möchte ein rot-rot-grünes Bündnis in der Hauptstadt bilden, zum ersten Mal mit den Linken an der Spitze im Roten Rathaus.
Auch international ist der Klassenkampf wieder angesagt. In New York regiert seit Jahresbeginn Zohran Mamdani, der sich selbst als „demokratischer Sozialist“ bezeichnet und mit Mietenstopp, staatlichen Supermärkten und kostenloser Kinderbetreuung in den Wahlkampf zog. Umfragen unter jüngeren Menschen zeigen in Amerika wie in Deutschland, dass inzwischen eine Mehrheit stärker dem Sozialismus als dem Kapitalismus zugeneigt ist.
Was steckt hinter dieser neuen Lust am Sozialismus? Die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp gehen in der neuen Folge der linken Erfolgsformel auf den Grund. Sie konstatieren: Die Linke adressiert die Probleme im Alltag der Menschen. Gestiegene Mieten, hohe Lebenshaltungskosten, teure Mobilität.
Neu sind diese Probleme nicht, die Parteien der Mitte konnten ihnen in den vergangenen Jahren jedoch wenig entgegensetzen. Ähnlich wie AfD beklagt die Linke ein Systemversagen, in diesem Fall: des kapitalistischen Systems. Aber taugen die Konzepte der Linken auch, um die Probleme zu lösten?
Löhr und Pennekamp bezweifeln das und reden darüber mit dem Mannheimer Ökonom Tom Krebs, der die Vergesellschaftungspläne in Berlin verteidigt.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
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Transkript anzeigen
00:00:00: Kernversprechen der sozialen Marktwirtschaft, dir wird es mal besser gehen als deinen Eltern.
00:00:04: Das geht seit einigen Generationen einfach nicht mehr auf ne?
00:00:08: Also IFO-Institut rechnet vor für Leute die so Anfang der Achtziger geboren sind, für die ist da einfach nur eine Stagnation bestenfalls noch zu erreichen im Schnitt und das macht es natürlich den an den Rentnern auch leichter Dinge zu versprechen.
00:00:30: Herzlich willkommen bei Lörr & Penicamp dem wirtschaftspolitischen Podcast der FAZ!
00:00:34: Mein Name ist Julia Löhr, ich bin Ressortleiterin für Wirtschaftspolitik im Hauptstadtbüro in Berlin.
00:00:40: Und mein Name ist Johannes Penekamp und ich bin Resortleitor für Wirtschaftsberichterstattung in Frankfurt.
00:00:45: Gemeinsam beleuchten wir hier jeden Samstag das wirtschaftspolitische Thema der Woche.
00:00:49: Wir analysieren wer im Regierungsviertel welche Absichten verfolgt...
00:00:53: ...und erklären was ökonomisch sinnvoll ist!
00:00:56: In dieser Woche schauen wir angesichts der Landtagswahl in Berlin und den hohen Umfragewerten der Linken auf die Frage mehr Sozialismus wagen.
00:01:05: Ist das die Lösung für unsere Probleme?
00:01:09: Ja, ich habe es gerade schon erwähnt in den Umfragen zur Landtagswahl in Berlin.
00:01:13: da liegt die Linke nahezu Kopf an Kopf mit der CDU beide ungefähr bei zwanzig Prozent.
00:01:20: Die linken Kandidatin Elif Ehralp möchte gerne die erste linke regierende Bürgermeisterin von Berlin werden.
00:01:26: Sie möchte das mit rot-rot grünen Koalition werden und sie hat einen ganz klaren Auftrag Wohnungsunternehmen enteignen.
00:01:35: Das hat sie zur Bedingung für eine Koalition gemacht, aber das ist nicht nur der einzige Punkt.
00:01:41: Sie will auch Kiezkantinen einführen wo es einen Mittagessen für drei Euro geben soll.
00:01:46: Der öffentliche Nahverkehr soll günstiger werden also viele Punkte die Berliner in ihrer Lebensrealität abholen sollen.
00:01:54: Vorbild ist Soran Mamdami, der sich ja selbst als demokratischer Sozialist bezeichnet und er es mit relativ radikalen Positionen also Mietenstopp kostenlose Kinderbetreuung staatliche Supermärkte zum New Yorker Bürgermeister geschafft hat.
00:02:11: Und er hatte eine richtige Bewegung losgetreten.
00:02:14: das ist mehr als so ein sehr gut leeres Ereignis dass Lieber Terrikato Institute in Amerika jetzt eine Umfrage gemacht Und zum ersten Mal, eine Mehrheit der Leute unter dreißig befürwortet eher die Idee des Sozialismus als die Idee das Kapitalismus.
00:02:30: Ja und wer glaubt dass es nur ein amerikanisches Phänomen?
00:02:33: Nein ist es nicht!
00:02:34: Hier in Deutschland hat das Marktforschungsinstitut INSA im Sommer eine entsprechende Umfrage gemacht.
00:02:40: da wurde gefragt ob man hier in einem sozialistischen oder ihr in einem kapitalistischen System leben möchte Und das Ergebnis war, forty-two Prozent möchten ihr in einem sozialistischen Land leben und nur dreiunddreißig Prozent in einem kapitalistischem Land.
00:02:55: Der Rest bis hundert Prozent konnte sich noch nicht so richtig entscheiden mit welches Modell es denn sein darf.
00:03:00: Klassenkampf ist jedenfalls wieder angesagt.
00:03:02: wir reden hier heute über die großen Fragen Ungleichheit Wohlstand und die Frage mehr Markt oder Wir werden darüber auch reden mit Tom Krebs, einem Makroökonom der Universität Mannheim und er wird ein paar sehr interessante Thesen zum Thema.
00:03:19: Sollte man eigentlich Wohnungen verstaatlichen oder nicht hier loslassen?
00:03:25: Ja steigen wir mal ein mit der Frage was hat die Linke so populär gemacht oder die linken Ideen so populärt gemacht?
00:03:32: Und meine These wäre Die linke adressiert Probleme die Union und vor allem auch die SPD nicht gelöst haben.
00:03:40: Ja, fangen wir gleich mit dem Wohnen an.
00:03:42: Wir haben ja seit vielen Jahren eine Bauministerin der SPD, wir haben auch in Berlin einen Bau-Senator der SPD.
00:03:49: da sollte man doch meinen bezahlbare Wohnung steht ganz oben auf der Agenda und wird von den Sozialdemokraten gelöst.
00:03:55: aber Julia du berichtest drüber die Lage ist völlig andere?
00:03:59: Zum Einen ist das Thema Baupolitik jetzt bei Weitem nicht ganz oben Auf der Agender.
00:04:03: dass es immer mehr so ein paar Mal im Jahr wo das dann nach oben gespült wird Ja, es hat sich eigentlich nicht zum Besseren verändert.
00:04:10: Sondern die Lage ist eher noch schlechter geworden.
00:04:13: Ist das
00:04:13: Zahl?
00:04:14: Berlin ist zum einen eine Mieterstatt also mehr als achtzig Prozent der Berliner leben zur Miete.
00:04:19: von daher ist dieses ganze Thema mieten Deckel, mieten Stopp ein ziemlich großes und klar.
00:04:25: Es gibt viele die noch alte günstige Mietverträge haben.
00:04:27: Das sind dann sechs sieben vielleicht acht Euro kalt den Quadratmeter.
00:04:32: aber wenn du heute in berlin auf Wohnung suche bist dann musst du im schnitt mit Sechzehn Euro den Quadratmeter rechnen und wenn du in einen Neubau am besten noch in einer halbwegs zentralen Lage ziehen willst, dann auch mit twenty-fünf Euro aufwärts.
00:04:45: Also das sind Beträge die sich nur noch die allerwendigsten leisten können.
00:04:49: Und eine der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die HOVOG hatte vor einiger Zeit einen Neubaum mit dreihundert Wohnungen fertiggestellt und Interessenten aufgerufen sich zu bewerben.
00:05:00: Ratte mal wie viele sich in dreißig Minuten da gemeldet haben?
00:05:04: Dreihundert Wohnung!
00:05:06: Knapp dreihundert Wohnungen.
00:05:07: Vielleicht so fünftausend, zehntausende?
00:05:10: Ne, vierzigtausenden, genauer gesagt dreihundvierzigtausends.
00:05:13: dann haben sie das Angebot wieder offline gestellt.
00:05:16: also das zeigt einfach wie, genau wie immens groß der Druck auf dem Markt ist und dass die Lage eigentlich für diejenigen die neu in eine Großstadt dazukommen wollen sich noch verschlechtert hat.
00:05:28: Ja die ganz einfache marktwirtschaftliche Position wäre ja wir haben diese hohen Mietpreise Dann wird das Angebot einfach ausgeweitet.
00:05:36: Es wird mehr Wohnungen geben und irgendwann wird der Preis dann sich auch wieder anpassen und sinken, und es wird wieder bezahlbar.
00:05:43: Ja du bist heute ökonomisch erklärt warum diese Theorien
00:05:47: nicht funktioniert?
00:05:48: Der Wohnungsmarkt würde der Ökonom sagen ist kein normaler Markt weil das Angebott ist nicht elastisch
00:05:54: d.h.,
00:05:54: es kommen nicht schnell genug Genügend neue Wohnungen auf dem Markt.
00:05:58: Das wäre jetzt erstmal die Beobachtung und du als unsere Wohnungsexperte musst dir erklären, warum funktioniert der Markt da einfach nicht?
00:06:05: Ja gut weil die Wohnungsunternehmen halt rechnen und sagen es lohnt sich unter diesen Umständen nicht.
00:06:10: also es sind halt.
00:06:10: die staatlichen Auflagen sind ja enorm gestiegen in den letzten Jahren.
00:06:14: Energieeffizienz, Umweltschutz, Artenschutz.
00:06:18: Da muss dann erst aufwendig die Zauneidechse noch umgesiedelt werden.
00:06:23: Dann machen die Städte ja auch viele Auflagen, also dass man zum Beispiel dann auch eine Kita mitbauen soll oder irgendwelche grüne Anlagen ist ja alles schön und gut.
00:06:30: aber es kostet halt auch einfach Geld was dann auf die Miete umgelegt wird.
00:06:33: und viele Wohnungsunternehmen sind in so einer Art Baustreik getreten und haben gesagt das wir müssen mindestens achtzehn-zwanzig Euro kalt den Quadratmeter verlangen.
00:06:43: wer soll das bezahlen?
00:06:44: Dann bauen wir halt nicht.
00:06:46: Würdest du denn da auch diesen großen Wohnungskonzerten wie Wonovia eine Mitschuld geben?
00:06:51: Die sind an der Börse notiert, die müssen eine hohe Rendite machen und an die Aktionäre ausschütten.
00:06:55: Das ist die sagen okay wir konzentrieren uns auf die Wohnungen, die wir haben und damit verdienen wir gutes Geld.
00:07:00: Also die Wohnung von Woonovia sind jetzt nicht die, die zu den extrem hohen Mieten vermietet werden.
00:07:06: Es sind ja oft ältere Gebäude, die dann auch energetisch saniert werden müssen.
00:07:10: Klar auch Woonovia hat in den letzten Jahren den Neubau deutlich zurückgefahren einfach weil sie gesagt haben das steht in keinem... Verhältnis mehr, wir bekommen das nicht mehr eingespielt.
00:07:19: Das ist ein gewinnorientiertes Unternehmen.
00:07:21: aber also klar dass es ist ein Problem was sich durch die gesamte Branche zieht.
00:07:25: aber man kann jetzt ja auch nicht sagen dann subventionieren wir jetzt immer weiter den staatlichen Wohnungsbau weil der ist eben auch sehr teuer.
00:07:32: die bauen auch zum teil sehr ineffizient so dass das jetzt auch nicht unbedingt gelöhen.
00:07:36: aber ich würde auch raten dass wir dieses thema jetzt nicht nur auf wohnen stecken sondern steckt.
00:07:42: ich glaube es ist schon dieses Allgemeine Phänomen, alles wird immer teurer.
00:07:47: Es gibt eine Gruppe in der Gesellschaft die vielleicht profitiert einige wenige aber für den große Masse wird alles immer nur schwieriger wohnen.
00:07:56: Dann gibt es also gerade unter junges ist ja auch ein sehr junges Phänomene dieser Aufstieg der Dingen Die Angst.
00:08:02: was bedeutet die KI?
00:08:03: von meinem Job?
00:08:04: bekomme ich nach der Uni überhaupt noch Eine Stelle?
00:08:07: Also das sind alle so Punkte die da mit reinspielen viel Abstiegs oder viel mehr Zukunftsangst Und die Wachstumszahlen
00:08:16: sind gering.
00:08:17: Aber selbst wenn sie wie in Amerika höher sind als hier zu landen, ich meine selbst einen Wachstem des Protoinlandsprodukts auf dem Papier hilft dir wenig, wenn du siebenhundert Euro oder tausendfünfhundert Dollar für ein WG-Zimmer zahlen musst und der Döner inzwischen zehn Euro kostet.
00:08:33: Das sehe ich genauso.
00:08:34: das sind ganz reale Probleme, die die Linken da sehr gut adressieren.
00:08:39: die Corona-Krise, jetzt auch die Hitze im Sommer.
00:08:42: Das sind Themen ... Die haben die Ärmeren viel mehr getroffen als die Reicheren.
00:08:47: Also wer in einem Hochhaus oder einer kleinen Mietwohnung wohnt?
00:08:51: Der hat keine Klimaanlage und keinen kalten Kellerraum.
00:08:54: Auch bei der Inflation ist das so.
00:08:56: Die ärmeren Menschen haben eine höhere Konsumquote und sind einfach dieser Inflations anders ausgesetzt.
00:09:02: Sie haben auch keine großen Reserven auf, die sie zurückgreifen können.
00:09:05: Findest du dass ein ... Krisenphänomenes?
00:09:08: Also kann man das belegen, dass immer nach Krisen die Linken einen Aufschwung
00:09:12: nehmen.
00:09:12: Das ist auf jeden Fall eine gängige Erklärung.
00:09:15: also nach der Finanzkrise beispielsweise gab es ja die Bewegung Occupy Wall Street.
00:09:21: wir erinnern uns alle die gab's auch dann in Europa.
00:09:25: Ja die Klimakrise Befeuert natürlich solche Entwicklungen.
00:09:30: aber gerade bei den Jüngeren gibt's auch Studien die zeigen eben dieses Aufstiegsgesprächen Kernversprechen der sozialen Marktwirtschaft, dir wird es mal besser gehen als deinen Eltern.
00:09:41: Das geht seit einigen Generationen einfach nicht mehr auf.
00:09:44: also IFO-Institut rechnet vor für Leute die so Anfang der Achtziger geboren sind, für die ist da einfach nur eine Stagnation bestenfalls noch zu erreichen im Schnitt und das macht es natürlich den an den Rentnern auch leichter Dinge zu versprechen.
00:10:00: Ist ja aufgefallen wie sich die Tonalität von Friedrich Merz in den letzten Tagen oder eigentlich Wochen verändert
00:10:06: hat.
00:10:06: Wohlstand für die Jungen?
00:10:07: Genau, ist nicht ganz neu!
00:10:09: Er hatte das im Juni auch schon mal fallen lassen da war er beim Tag der Industrie und hat versucht es quasi so als die neue Erzählung schonmal zu platzieren.
00:10:18: Sagt
00:10:18: das glaubwürdig für dich?
00:10:20: Nein, in dem Moment musste ich total schmunzeln weil... Ich meine... Oder was heißt schmunzeln?
00:10:25: War ein bisschen entsetzt.
00:10:27: Dezember vergangenen Jahres hat diese Koalition ein Rentenpaket beschlossen, was die Kosten für die jungen Generation in den nächsten Jahren auf wie viel?
00:10:37: Zwei-hundert Milliarden ungefähr erhöht.
00:10:40: Und ja, ein halbes Jahr später sagt Friedrich Merz wir machen jetzt hier Wohlstand für die Jungen hätte man vielleicht ein bisschen früher damit anfangen können.
00:10:47: aber man kann jetzt auch sagen besser späte als nie.
00:10:50: Ich meine da braucht eine neue Erzählung Und jetzt ist es offenbar die, ja aktuell ist es schwierig.
00:10:57: Es wird Einschnitte geben aber wir wollen versuchen uns für die Jüngeren besser zu machen.
00:11:01: Dieser
00:11:01: Hektikgrund um den Benzinpreis da gehen wir heute nicht tiefer drauf ein Aber das zeigt ja dieses Thema Bezahlbarkeit ist auch bei diesen Parteien voll angekommen.
00:11:09: Ich wollte aber noch den Punkt machen.
00:11:11: Wir analysieren ja gerade den Erfolg der Linken.
00:11:13: Wir kommen dann nicht drum herum auch mal über die Köpfe zu reden und um das Thema Social Media.
00:11:17: da liegen ja auch Welten zwischen den Parteien.
00:11:19: Genau,
00:11:19: das stimmt!
00:11:20: Also Heidi Reichineck hat seit ihrer legendären Rede im Bundestag glaube ich jetzt ungefähr eine Million Follower.
00:11:27: sie ist die Gallionsfigur vieler Jürgen Lenken.
00:11:31: genau Friedrich Merz weißt du's?
00:11:33: Ich glaub der hat nichtmals ne Million?
00:11:34: Ne, dreihundertvierzig
00:11:36: tausend Follauer auf Instagram.
00:11:38: und wie viele Bärbel-Bars
00:11:40: habe ich nachgeguckt?
00:11:40: er hat siebenunddreißig Tausende.
00:11:44: Aber es ist jetzt nicht so, dass es nur die Jüngeren sind, Heidi Reichenegg oder eben Soran Mandami in New York.
00:11:51: Sondern es gab ja auch schon mal Bernie Sanders bei den amerikanischen Demokraten oder auch ein Jeremy Corbyn in Großbritannien.
00:11:58: also es gibt auch durchaus ältere Herren, die bei jüngeren Menschen, die sich um ihre Lebenshaltungskosten sorgen vieler Anhänger finden.
00:12:08: und ich bin überzeugt zu der Erfolgsformel der Linken gehört eben auch einen Umdenken weniger Vogue mehr echte materielle Probleme werden adressiert.
00:12:17: Ich finde das,
00:12:18: dass die Linken weniger woke geworden
00:12:19: sind?
00:12:20: Zumindest in ihrer Schwerpunktsetzung nach außen hin, finde ich das sehr wohl!
00:12:24: Es gab so... In der Corona-Zeit.
00:12:26: danach finde ich eine Phase da ging es sehr um Gendersprache, da ging's sehr um den Schutz von Minderheiten, Ädnien und so weiter.
00:12:34: Das sind auch Themen, die den Linken natürlich verständlicherweise nach wie vor wichtig sind.
00:12:39: Aber wir haben jetzt gerade darüber geredet.
00:12:41: Wohnen, Löhne, Reichtum und Ungleichheit – das sind ja in der Außenerstellung auch die dominanten Aspekte.
00:12:49: Es gibt ja auch die Gallionsfigur, der progressiven Linken in Amerika ist ja Alexandra Ocasio-Cortez.
00:12:56: Kongressangeordnete.
00:12:59: Die vielleicht sogar Präsidentschaftsanwärterin werden könnte?
00:13:02: Genau!
00:13:04: eine Masse begeistern.
00:13:06: Die hat in einer Talkshow kürzlich gesagt oder zitiert, zumindest jemanden der gesagt hat Woke One was crazy?
00:13:12: Das heißt... Woke one war... Also diese frühe, diese sehr weitgehende Wokeness Bewegung davon hat sie sich abgegrenzt.
00:13:21: das hat sie in ihrer Kernwählerschaft vielleicht ein paar Stimmen gekostet aber sie mobilisiert damit natürlich Schichten die sie vorher so nicht erreicht.
00:13:30: Und das gilt auch für die Linken hier in Deutschland, oder siehst du es gar nicht so?
00:13:33: Doch.
00:13:33: Ich sehe es auch so.
00:13:34: Also ich sehe ja auch dass sich der Schwerpunkt eben auf die Probleme des täglichen Lebens fokussiert.
00:13:39: also wie viel kostet die Miete, wieviel muss man veressen ausgeben was kostet kosten Bus und Bahn wo ich mich dann auch fragte ob das...also ob sich ein bisschen die linke Bewegung davon verabschiedet dass sie die Welt verbessern will sondern da jetzt auch quasi Wie geht es mir persönlich finanziell, gewisse egoistische Motive dann mehr in den Vordergrund treten?
00:14:01: Ja also ich finde schon die Verkörpern auch noch eine positive Erzählung.
00:14:06: Es soll bezahlbar sein man will solidarisch sein mit denen die weniger haben.
00:14:11: Also da haben sich schon eine positive erzählung ähnlich wie die afd ja auch Davon profitiert dass sie in irgendeiner Form den menschen eine positive erzählung geben von dem wie es sein soll.
00:14:20: das haben die linken auf ihrer Seite auch.
00:14:22: Aber das stimmt schon, was du sagst.
00:14:24: Wenn man natürlich die Wohnung für diejenigen, die da wohnen, billiger macht und gleichzeitig aber nichts dafür tut, dass mehr neue Wohnungen
00:14:31: entstehen.
00:14:32: Wer
00:14:32: kann denn eine Wohnung in Berlin hat?
00:14:33: Kann sich dann glücklich schätzen... Dann ist es schön für die
00:14:35: Berliner so, für die, die zuziehen will, dass so Insider-Outseider ... Für die Insider ist das gut!
00:14:39: Für die Outseider ist erst mal nicht so gut.
00:14:43: Gebe ich dir schon recht.
00:14:45: Aber dieser Schwenk vom Woken hin zu den materiellen Problemen, das sieht man auch in meiner Ökonomenblase übrigens.
00:14:52: In der ich mich ja gerne bewege.
00:14:55: Wen zitierst du jetzt?
00:14:56: Ich zitiere jetzt wieder Darren Asamoglu.
00:14:58: Den hatten wir hier
00:14:59: bei uns im Podcast.
00:14:59: Der Dauerbrenner!
00:15:02: Nobelpreisträger, ja der hatte ein neues Buch geschrieben und das schildert er wie kurz nach Corona in Washington zu einer Ökonomenkonferenz geflogen ist.
00:15:10: Da ging es um das Thema Ungleichheit und dann kam einen Vortrag nach dem nächsten.
00:15:15: da ging's dann um Geschlechterungleichheit, um die Rolle der Ethnir bei der Ungleichkeit viele andere kleine, wichtige Themen.
00:15:22: Aber nicht um das wo er Woassemogulo sagt – das große Thema die Deindustrialisierung der Verlust von Industriearbeitsplätzen, Bildungsungleichheit und so.
00:15:31: Das spielte da alles mit keiner Silbe einer Rolle, wo er gesagt hat ihr habt doch einen Vogel in eurer links-liberalen Blase!
00:15:39: Ihr müsst auch wieder ran an die eigentlichen, wahren Tiefenprobleme, die die Probleme wirklich in Masse erklären.
00:15:45: Und es
00:15:45: kommt auch darum... Das wurde dann ja offenbar gehört.
00:15:50: Ja, das beobachtet er eigentlich relativ spät fast für so Nobelpreisträger.
00:15:53: Aber schreibt es jetzt noch mal pointiert auf.
00:15:58: Kommen wir einmal zu der Frage ob das was die Linken davor schlagen eigentlich erfolgsversprechend ist?
00:16:04: Meine Theorie ist nein!
00:16:06: Bin ich überraschend.
00:16:07: aus meiner Sicht würde eine Umsetzung dieser Politik die Probleme eher noch verschlechter sein... Was meinst
00:16:12: du konkret
00:16:13: jetzt?
00:16:14: Naja Stichwort Wohnungen Berlin dieses Enteignungsthema also.
00:16:19: Es gibt unterschiedliche Schätzungen, wie viel das kosten würde.
00:16:21: Das war am Anfang mal von mehr als dreißig Milliarden Euro die Rede.
00:16:25: Inzwischen hat Elif Ahrab gesagt, nee wir machen das so vierzig Prozent unter Verkehrswert.
00:16:30: Das wären dann weniger als zwanzig Milliarden vielleicht sogar nur ein Einstelliger-Milliardenbetrag.
00:16:34: also das wird so ein bisschen runtergerechnet aber selbst wenn es irgendwo sich in dieser Sphäre bewegt ist noch unglaublich viel Geld.
00:16:41: Wie soll das finanziert werden?
00:16:42: In einer Stadt die sowieso kein Geld hat und wie Markus Söder ja immer gerne vorrechnet unter anderem von Bayern querfinanziert wird.
00:16:49: Also immer neue Schulden aufnehmen, für die wir dann viele Zinsen zahlen müssen – das kann ja auch nicht die Lösung sein.
00:16:56: und eben keine einzige Neu-Wohnung würde dadurch gebaut, sondern das Geld würde eben nicht mehr für den Neubau zur Verfügung stehen, sondern für die Enteignung draufgehen.
00:17:06: kann aus meiner Sicht
00:17:08: nicht
00:17:08: die Lösung sein.
00:17:09: Ja, Tom Krebs der Ökonom gleich wird dagegenhalten und sagen das kostet Berlin unterm Strich letztlich keinen einzigen Euro.
00:17:16: Das soll er uns mal erklären.
00:17:17: aber du hast ja schon recht Der Mietpreisteckel ist ein Instrument das in Berlin auch erprobt wurde also ein harter Preistecke für mieten.
00:17:26: da gibt es gute Forschung dazu die zeigt eben dass Angebot an Wohnungen zurückgegangen.
00:17:32: dadurch und damit war natürlich kein Problem dieser Welt gelöst.
00:17:36: Für die Mietpreisbremse ist die Evidenz ganz ähnlich?
00:17:38: Genau, richtig!
00:17:39: Also jetzt nicht ganz so extrem.
00:17:40: aber in der Tat bei Mietendeckel, der ja staatliche Preisobergrenzen festgelegt hat da war es tatsächlich so dass dann nicht wenige Vermieter gesagt haben unter den Umständen verkaufe ich die Wohnung, da vermiete ich sie nicht mehr weiter.
00:17:55: also das hat letztlich den Mietern zumindest ihnen eine Wohnung suchen geschadet.
00:18:00: Es hat denen geholfen, die davon profitiert haben.
00:18:03: Aber das Bundesverfassungsgericht hat es dann letztlich auch
00:18:07: gekippt
00:18:08: und bei der Mietpreisbremse sehen wir es eben auch seit Jahren.
00:18:10: also eigentlich gibt es ja die Regel beim Neuvermietungen nicht mehr als zehn Prozent oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete.
00:18:18: aber in der Praxis Es hält sich so gut wie niemand dran.
00:18:21: Und es gibt X-Ausweichmöglichkeiten mit miblierten Wohnungen, Kurzfristvermietung und dann versucht die Politik, die zu regulieren.
00:18:28: Dann gibt's wieder neue Ausweichreaktionen... Also das ist ein Teufelskreislauf!
00:18:34: Wir kommen einfach nicht aus der Nummer raus, wir brauchen mehr Wohnungen.
00:18:38: Wie siehst du das?
00:18:38: Das heißt immer wenn die linken Regierenden oder linke Politik umgesetzt wird, verschwinden die ganzen Investoren, die Stadt wird total unattraktiv.
00:18:46: Gleichzeitig ist ja Berlin trotz aller Probleme irgendwie nach wie vor ein großer Hotspot und Anziehungspunkt für junge Leute, für Kreative.
00:18:54: Wie siehst du Berlin?
00:18:56: Nein auch da wieder zurück auf das Wohnungsthema.
00:18:58: ich glaube schon dass wenn die Linken an die Regierung kämen in Berlin und dieses Ereignungsthema kommen würde dann würde das schon für Investoren, also gerade jetzt in der Wohnungsbaupranche abschreckende Wirkung haben.
00:19:11: Ich meine warum sollst du in einer Stadt investieren wo du nicht weißt ob dir die Wohnung ein paar Jahre noch gehört oder ob jemand der Meinung ist auch nie.
00:19:18: die Enteignung war jetzt mal schön?
00:19:20: Für Tech-Unternehmen wird es immer wieder attraktiv sein in Berlin eine Dependance zu eröffnen eben weil viele junge Kreative gerne nach Berlin wollen.
00:19:30: aber auch dass hat sich ja in den letzten Jahren so ein bisschen abgenutzt.
00:19:33: München zieht inzwischen sehr viele Start-ups an, es gibt auch Paris London also andere Orte die jetzt nicht unbedingt günstiger sind aber die auch durchaus attraktiv sind.
00:19:43: Also von daher ist Berlinis in den vergangenen jahren Ein Stück weit normaler geworden also einen Erwachsen vielleicht Genau also mehr eine europäische Großstadt mit dem Problem Die auch andere europäischer Großstädte haben.
00:19:59: Aber Ja, von daher fände ich es jetzt schon auch recht riskant da als ein linkes Regierungsexperiment zu wagen.
00:20:08: Ich wollte noch ein bisschen einen abstrakteren Punkt aufmachen hinter dieser linken Erfolgsstrategie und zwar ist das so diese Idee, ich muss immer jemandem was wegnehmen um einem anderen etwas geben zu können also die Milliardäre besteuern damit es den ärmeren besser geht Wohnungen enteignen damit andere sie günstiger bekommen und so weiter.
00:20:30: Da steckt dieses sogenannte Nullsumdenken dahinter, das ist jetzt inzwischen gut erforscht von einer amerikanischen Forscherin die zeigt diese Idee setzt sich immer mehr Köpfen fest.
00:20:42: also der Kuchen bleibt immer gleich groß und wenn ich ein Stück irgendwo wegnehme oder wenn ich einem was geben will muss ich es erst mal wem anders wegnehmen und das sehen wir in der realen Politik in linken Maßnahmen die ich eben genannt habe und auch in rechten Maßnahmen eben auch bei der Migration.
00:20:59: Wir müssen etwas gegen die Migranten tun, damit es uns hier in Deutschland
00:21:03: besser
00:21:03: geht.
00:21:03: Weniger Geld an die Ukraine?
00:21:05: Genau!
00:21:07: Und das ist ein internationales Phänomen von dem Linke wie Rechte gleichermaßen im Moment profitieren.
00:21:14: und die Studien zeigen auch klar – bei Jüngeren ist das schon viel mehr drin, vielleicht auch weil dieses Aufstiegsversprechen weg ist und sie mehr um das kämpfen müssen, was da noch da ist.
00:21:24: Also in Deutschland wundert mich das jetzt gar nicht weil ich meine unsere Wirtschaft stagniert seit sechs, sieben Jahren.
00:21:29: wir wachsen so gut wie gar nicht.
00:21:31: also von daher ja der Kuchen wird nicht größer.
00:21:33: Mich wundert es ein bisschen dass das auch in anderen Ländern so ist, weil die amerikanische Wirtschaft ja durchaus
00:21:39: wächst.
00:21:39: aber gut offenbar gibt's dann da auch das verbreitete Gefühl, dass da nur eine kleine Elite davon profitiert Techunternehmer, KI-Unternehmer die dann auch noch allen die Jobs wegnehmen und selber ordentlich Gewinn machen.
00:21:55: Also das...
00:21:56: Das ist ganz sicher so.
00:21:57: in Amerika spricht man deswegen auch von der K shaped Economy.
00:22:01: Was sagt
00:22:01: das?
00:22:01: Das sagt normalerweise hat man ein U oder ein V es geht mal runter in der Krise mit der Wirtschaft und dann geht's aber für alle wieder steil hoch.
00:22:10: und beim K da ist es dann so, da hatte man eine Krise.
00:22:13: Und das geht nur noch eben für die obere Hälfte wieder bergauf und für die untere Hölfte geht es wirtschaftlich eher bergab.
00:22:19: und in Amerika denke ich auch wenn man sieht die Vermögen von Elon Musk, von den Superreichen Das sind unglaubliche Summen während eben am unteren Rand es den Leuten schlechter geht und zu diesem Nullsummen denken.
00:22:31: ganz kurz Es wird von dem Populisten natürlich auch befeuert.
00:22:33: Donald Trump macht den ganzen Tag eigentlich nichts anderes als diese Denkweise in die Bevölkerung reinzuhämmern.
00:22:41: Irgendwie wollten wir ein bisschen positiver in diesem Podcast werden, kann das sein?
00:22:45: Reden wir doch mal mit einem der linke Ideen tollfindet und zwar mit Tom Krebs, Makroökonom Universität Mannheim.
00:22:52: Der eine oder andere FACED-Redakteur hat bei ihm auch schon auf der Hochschulbank gesessen.
00:22:56: Ich nicht du nein ich nicht.
00:22:59: Und genau er hat gerade auch einen Buch geschrieben Kapital und Krise.
00:23:05: Ja, in einem Meinungsbeitrag hat er kürzlich für die Vergesellschaftung der Wohnungen in Berlin ein Plädoyer geschrieben.
00:23:12: und ja, schauen wir doch mal was er uns zu sagen hat.
00:23:19: Hallo Herr Krebs!
00:23:20: Herzlich willkommen bei Loeur & Pennecamp.
00:23:22: Ja hallo und danke für die Einladung.
00:23:25: Sie sind ja der bekannteste deutsche Ökonom, der sich für die Vergesellschaftung der Wohnungen in Berlin stark macht.
00:23:32: Was ist denn Ihr zentrales ökonomisches Argument, dass diesen wirklich massiven Eingriff in die Eigentumsrechte der Unternehmen rechtfertigt?
00:23:41: Das oberste Ziel ist das Leben der Menschen wieder bezahlbar zu machen – insbesondere auch das Leben des Menschen mit mittleren und unteren Einkommen.
00:23:49: Und es bedeutet halt in einer Stadt wie Berlin, dass der Anstieg der Mietkosten bei einfachen Wohnungen gestoppt werden muss.
00:23:57: Und dieses Ziel können wir erreichen, nur erreichen wenn wir das Angebot an bezahlbaren Wohnraum stark ausweiten.
00:24:03: Das geht über den öffentlichen Wohnungsbau und dafür habe ich immer plädiert und dafür plädiere ich immer noch aber das wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
00:24:12: also wenn mir das Ziel dann erreichen wollen Bezahlbarkeit in diesem einfachen Segment des Wohnungsmarktes dann brauchen wir mit öffentlichem Wohnungsbauch vielleicht dreißig Jahre oder soviel.
00:24:21: Zeit haben wir nicht.
00:24:23: Und deswegen plädiere ich jetzt auch, in den Wohnungsbestand einzugreifen und die rund zweihunderttausend Wohnungen, die während der Privatisierungswerte verkauft wurden wieder zurück in die Gemeinnützigkeit zu führen.
00:24:38: Warum denn dieses scharfe Schwert?
00:24:39: Artikel fünfzehn des Grundgesetzes?
00:24:41: Das wurde in Deutschland noch kein einziges Mal angewendet.
00:24:46: Könnte man da nicht auch einer etwas sanftere Maßnahmen ergreifen, Mietpreisdeckel oder eben die ärmeren Leute mit mehr Wohnengeld finanziell unterstützen?
00:24:56: Ja das sind Instrumente.
00:24:58: Die Tempo-Wähl kann man dir auch benutzen aber sie sind alle problematisch.
00:25:02: Der Mietendeckel für den gesamten Wohnungsmarkt also auch dort wo die privaten Wohnungsunternehmen unterwegs sind führt immer dazu dass diese Regulierung umgangen wird oder einfach die Wohnung nicht mehr in die Wohnung investiert werden.
00:25:16: Also in diesem Sinne ist Mittendeckel mal Heffflaster, das kurzfristig vielleicht eingesetzt werden muss.
00:25:21: Aber dass die strukturellen Probleme nicht löst und genauso das Wohngeld wenn ich zu niedrig ansitze dann hilft es den Menschen nicht.
00:25:30: Und wenn ich so hoch ansetze dann subventioniere ich eigentlich nur die zweistelligen Renditen von Finanzinvestoren wie BlackRock.
00:25:38: denn das ist das Problem eigentlich an den privaten Eigenkapital.
00:25:43: Privates Eigenkapitel ist immer sehr teuer und das macht die Mieten sehr teurer.
00:25:49: Wenn ich das Problem also an der Wurzel anpacken möchte, dann muss sich wirklich an den Bestand ran und einen größeren Bestand in Gemeinnützigkeit umwandeln.
00:25:56: Das Angebot insgesamt erweitert sich dadurch ja nicht.
00:26:00: In ihren Augen erweiterte sich zwar das Angebot im niedrigen Segment wenn Ich sie da richtig verstehe aber wäre das Geld nicht trotzdem besser angelegt wenn man jetzt schnell seriell bauen würde oder Flächen nutzt, verdichten würde.
00:26:13: Also erst mal das ist ganz richtig!
00:26:15: Das Gesamtangebot werde ich natürlich damit nicht ändern aber ich erhöhe den Anteil der mietpreisregulierten Wohnen die ich sehr gut regulieren kann weil die von den öffentlichen Wohnungsunternehmen geführt werden.
00:26:28: Wie gesagt, die Mietpreisregulierung im privaten Markt hat immer die Schwierigkeiten, die ich schon benannt habe und das ist das Ziel.
00:26:34: Und nochmal – Ich möchte natürlich auch das Gesamtamtenbrot ausweiten!
00:26:38: Deswegen der öffentliche Wohnungsbau ist eine fundamentale Säule der Strategie.
00:26:44: Gut, jetzt kann man natürlich sagen Sie so ein bisschen naja was sie sagen ist vielleicht hält er es den sozialen Wohnungsbau auf?
00:26:51: Nein ich denke das ist kein entweder oder.
00:26:53: Das ist mir ganz wichtig.
00:26:55: Berlin kann sich beides leisten eine Ausweitung des öffentlichen Wohnensbaus und die Übernahme von rund zwei hunderttausend wohnungen Und es muss keine an keiner stelle gekürzt werden.
00:27:05: dass ist also wirklich wichtig.
00:27:07: wer etwas anders behauptet Hat entweder die Finanzierungsfrage nicht verstanden oder ist politisch motiviert?
00:27:13: Das würde ich so hinstellen.
00:27:14: Erklären Sie uns mal, wie dieses kleine finanzielle Wunder funktionieren soll!
00:27:18: Genau also vorweg.
00:27:20: wir werden dazu einen Policybrief nächste Woche veröffentlichen wo ich das sehr detailliert diskutiere ansonsten würde ich mich auch nicht soweit herausfahren mit solchen Positionen.
00:27:30: im Prinzip funktioniert es wie die Übernahme von Deutsche Wohnendurchwohnung wird.
00:27:33: Es wird mit dreißigfünfvierzig Prozent zusätzliches Einkapital für die landeseigenen Wohnungsgesellschaften bereitgestellt und sechzig bis siebzehnt Prozent Frank Kapital finanziert.
00:27:44: Nur das im Gegensatz zu den Aktionären von Wonovia, also die Übernahme von Deutsche Wohnen durch Wonoviere muss haben die Aktionäre zehn prozentiger Renditen zweistelliger Rendite verlangt und die Stadt Berlin könnte eine Moderatorendiete vier wie vier Prozent verlangen und deswegen wird es dann günstiger.
00:28:02: Weitere Details wirklich müssen wir diskutieren, aber bestimmt nicht dass irgendwo anders gekürzt werden.
00:28:06: Es wird die gesamte Bilanz einfach größer oder der gesamter Haushalt wird etwas größer, aber das Land Berlin erhält ja auch was, es erhält Vermögenswert.
00:28:15: Jetzt ist es so, dass sich die Linke in Berlin auch gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes stemmt.
00:28:21: also keine Ausweitung des Wohnraumes.
00:28:23: halten sie das für richtig?
00:28:25: Nein, ich persönlich halte es für vernünftig eine Randbebauung am Tempelhoferfeld durchzuführen.
00:28:33: Das könnte auf einen Schlag Bauland für viele zusätzliche Wohnungen im bezahlbaren Segment bereitstellen und es gibt hier wirklich auch nur meine Randbedauung also wenigstens mehr und insofern aus meiner Sicht spricht da nichts dagegen, aber ich bin auch demokratisch genug um zu akzeptieren dass im Volksentscheid die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner sich dagegen ausgesprochen haben.
00:28:55: Und Ich sehe auch das bei den Parteien und auch bei der Berlina SPD das Projekt scheinbar aufgegeben wurde.
00:29:02: Das muss ich politisch akzeptierend, aber es ändert natürlich nicht meine Einstellung.
00:29:06: und ich möchte aber auch erwähnen selbst wenn wir da die Randbebauung durchführen würden wir immer noch das Zeitproblem haben Das heißt, es würde immer noch viele Jahre dauern.
00:29:15: D.h.,
00:29:16: die Vergesellschaftung der Zwei-Hunderttausend Wohnungen von denen wir sprechen wäre immer noch notwendig, weil der Zeitfaktor so wichtig ist.
00:29:22: Wir haben einfach die Zeit nicht mehr.
00:29:25: Wenn man einmal mit dem verstaatlichen und vergesellschaften anfängt kann man dann nicht gleich zum Beispiel sagen, wenn mal uber auch Verstaatliche Mobilität ist ja ein öffentliches Gut.
00:29:35: Die sind auch an der Börse wollen hohe Renditen erwirtschaften also warum eigentlich nicht?
00:29:40: Ja das die zentrale Frage, wo hören wir auf mit der Vergesellschaftung und wo beginnt es?
00:29:48: Das Prinzip ist erstmal ganz wichtig.
00:29:50: Und ein privates Einkapital ist immer teuer weil es zweistellige Renditen verlangt.
00:29:56: aber das ist nicht immer verkehrt.
00:29:58: also wir müssen uns immer fragen wie sind diese zweistelligen Renditen denn erzeugt worden?
00:30:03: Und da gibt es immer zwei Möglichkeiten.
00:30:05: Einerseits könnte sein, dass diese zweistelligen Renditen erzeugt worden sind einfach indem die Preise hochgetrieben wurden oder die Qualität leidet und das ist meiner Meinung der Fall hier bei Deutsche Wohnen um Wonovia oder auch bei den Stromnetzen ein typisches Beispiel für einen natürlichen Monopolisten Und deswegen plädiere ich in solchen Bereichen für die Vergesellschaftung.
00:30:30: Aber zweistellige Renditen können natürlich auch Ausdruck sein, dass es in einem Wettbewerb Innovationen gab und deswegen das wirklich der Ertrag ist für neue Dinge Innovationen, die uns alle dann auch zugutekommen?
00:30:41: Das sehe ich auch!
00:30:42: Ich möchte ja nicht den Sozialismus.
00:30:44: Ich möchte ein gemischtes System.
00:30:46: Fall Ura ist jetzt ein bisschen schwierig.
00:30:48: Es gab sicherlich Wett Bewerb und eine Innovation, die auf einigen Gruppen zu gut gekommen ist.
00:30:53: aber Hauptsätzlich bestand die Innovation natürlich daraus, sich die Rosinen aus einem regulierten Markt herauszupicken und teilweise auch die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.
00:31:03: Deswegen bin ich mir bei Uber noch nicht so sicher.
00:31:05: da denke ich noch drüber
00:31:06: nach.".
00:31:08: Sie sagen Vergesellschaften um die AfD zu stoppen?
00:31:11: Wie soll das
00:31:12: funktionieren?".
00:31:13: Ja das ist natürlich etwas überspitzt formuliert aber ich denke es trifft den Kern.
00:31:20: Die These isst die die ich dann auch ausführlich diskutiere in dem Buch.
00:31:24: Der Aufstieg der AfD seit dem Frühjahr, ist hauptsächlich dadurch zu erklären dass das Leben der Menschen unbezahlbar geworden ist und die wirtschaftliche Verunsicherung sich gesteigert hat und damit zu sozialen Abstiegstemsen geführt hat.
00:31:38: Und in diesem Sinne wenn das wichtig ist und wie gesagt dafür gebe ich gewisse Belege dann also die wirenschaftlichen Verunsicherungen den Menschen in die Arme der Rechten getrieben hat Und das Bezahlbarkeit-Problem.
00:31:51: Wenn ich denke, dass sich mit der Vergesellschaftung in Berlin teilweise lösen kann, dann muss ich sagen, vergesellschaften um die AfD zu stoppen.
00:32:04: Das ist nicht einfach Formel.
00:32:05: natürlich steckt da sehr viel mehr dahinter.
00:32:08: Vielen Dank!
00:32:09: Ja, ich bedanke mich.
00:32:12: Julia wir haben Tom Krebs gehört.
00:32:14: wo würdest du denn sagen haben die Linken einen Punkt?
00:32:17: Also bei dem Wohnungsthema bin Nicht bei ihm, also ich finde nicht das Vergesellschaften wie das immer so vornehmen heißt.
00:32:24: Also enteignen ist aus meiner Sicht keine Lösung sondern verschärft die Probleme noch.
00:32:29: Ich finde aber wenn wir uns jetzt mal weg bewegen von diesem Wohnungsthema jetzt beim Thema Vermögensungleichheit da haben die Linken schon einen Punkt auch durchaus hier in Deutschland.
00:32:39: Wir verteilen relativ viel bei den Einkommen um große Ungleichheit bei den Vermögen.
00:32:46: Unser Lieblingsthema Erbschaftssteuer
00:32:48: sind wir damit?
00:32:49: Genau, und da verstehe ich tatsächlich auch nicht warum sich die CDU da so sehr gegen eine Reform wehrt, die vielen Ausnahmen, die es ja für Unternehmen gibt, beseitigt...
00:33:01: Jens Spahn hat da mal einen Vorstoß gemacht.
00:33:03: Genau, er hat tatsächlich ein Fenster geöffnet und auch gesagt dass er da ein Problem sieht.
00:33:10: das wurde aber dann auch sehr schnell wieder zugeschlagen in der Partei weil die Familienunternehmen protestiert haben und gesagt haben es geht auf gar keinen Fall.
00:33:18: Aber ich also es gäbe ja sicherlich Wege das so zu machen dass die Unternehmen nicht finanziell über Gebühr belastet würden Dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben Das Zahlungen über einen langen Zeitraum gestreckt werden.
00:33:31: Die Erbschaftssteuer ist eine Ländersteuer, auch Bildung ist Ländersache.
00:33:35: Also man könnte ja sagen wir beseitigen diese Ausnahmen und dieses Geld wird jetzt komplett in unseren Nachwuchs investiert damit wir die besten Schulen bekommen, die besten Kitas.
00:33:44: das ist wieder quasi eine positive Perspektive Wohlstand für die Jungen gibt.
00:33:50: vielleicht gäbe es dafür ja sogar ne gesellschaftliche Mehrheit aber...
00:33:53: Ja damit solltest du antreten nicht für dich mehr!
00:33:55: Danke
00:33:56: Klang schon mal ganz gut
00:33:58: Ja, aber wie ist dein Fazit?
00:34:00: Wie kommen wir aus dieser ganzen Nummer wieder raus.
00:34:02: Die AfD wird stark, die Linke wird stärker...
00:34:05: Also was man von der Linken auf jeden Fall lernen kann an dieser Stelle ist es gibt glaube ich einen Bedürfnis nach einem Gemeinschaftsgefühl und auch nach etwas Verbindendem.
00:34:15: Das bedient die AfD auf ihre rechtspopulistische, rechtsradikale Art.
00:34:19: Die fahren wir dann mit MOFAS durch Halle... ...mit der Sipsen und so.
00:34:24: Genau!
00:34:24: Aber die Linken machen auch Nachbarschaftskafés, Lesungen, Dinge wo Menschen einfach zusammenkommen.
00:34:31: Und CDU und Co reden da viel drüber.
00:34:34: Meine Wahrnehmung ist Die sind an der Basis da nicht mehr.
00:34:38: Die Linken sind auch in der BasIS und nur wenn man an der basis ist, dann erkennt man glaube ich auch darüber was wir gesprochen haben.
00:34:45: Was sind denn die wahren Probleme?
00:34:46: Und was sind auch Lösungen, die funktionieren und die auch nicht funktionieren.
00:34:50: Und dieses Gespür wieder zu entdecken das ist ein zentraler Punkt finde ich.
00:34:55: Also auf ans Lagerfeuer von CDU und SPD.
00:34:58: Wenn sie es dann entzündet...
00:35:00: Es gibt das ganz reale Lager Feuer und es gibt das Social Media LagerFeuer.
00:35:04: Da haben wir auch drüber geredet.
00:35:07: Ich muss
00:35:07: gerade an das Volksbad in Berlin denken, was vor der Volksbühne aufgebaut wurde.
00:35:12: Wo du den Sommer über kostenlos schwimmen konntest also ein Freibad.
00:35:15: Warst du drin?
00:35:16: Nein ich war nicht drin weil ich kein Ticket bekommen habe.
00:35:18: Weil sie natürlich so begehrt waren, weil sie ja kostenlos waren.
00:35:20: Ja verstehe.
00:35:23: Muss enteignet werden.
00:35:24: So!
00:35:26: Ja wie in jeder Woche wollen wir auch diesmal wieder wissen... Was halten Sie von unserem Thema der Woche?
00:35:31: Was ist Ihre Meinung?
00:35:33: Wo haben die Linken einen Punkt und wo irren sie sich komplett?
00:35:37: Schreiben Sie es uns an podcast.frz.de.
00:35:40: Und in der vergangenen Woche haben wir sehr gefragt, mal angenommen, Sie wären Beraterin oder Berater von Friedrich Merz.
00:35:46: Sollte er sich der AfD mehr annähern und gemeinsame Sache mit denen machen oder bloß Finger weg von der AfD?
00:35:54: Wir haben viele Zuschriften bekommen.
00:35:56: ich würde die grob in zwei Gruppen Einteilen.
00:35:58: in der ersten Gruppe war die vorherrschende Meinung.
00:36:02: Ja, die AfD darf nicht mehr ausgegrenzt werden.
00:36:04: Ralf Müller schreibt beispielsweise Man muss endlich einsehen dass diese apodiktische Brandmauer eine blöde Idee war.
00:36:11: Ein anderer Hörer schrieb Die brandmauer ist aus meiner Sicht gescheitert.
00:36:15: sie hat nur die afd gestärkt und der cdu geschadet.
00:36:19: Und in dem anderen lager heißt es ganz klar bloß nicht auf die cdu auf die AfD zugehen.
00:36:24: Caroline Leu sagt, ich rate Herrn Merz durchzuziehen.
00:36:28: mehr Helmut Schmidt wagen also auch mit dem Koalitionspartner mal hart ins Gericht gehen und die Annäherung an die AfD wäre aus ihrer Sicht das Ende der Volkspartei CDU.
00:36:40: Und da gab es einige Zuschriften.
00:36:42: aber was so ein Grund Tenor war war eine gewisse Radlosigkeit Ein nachdenklicher Ton.
00:36:49: Sven Ackermann schreibt zum Beispiel Das Geschehene, er meint die Wahl in Sachsen-Anhalt ist wirklich jetzt ein Dilemma.
00:36:56: Eine Situation ohne Ausgang.
00:36:58: Verzeihen Sie mir bitte diese Ratlosigkeit?
00:37:01: Ja ich glaube damit trifft er die Stimmung vieler in der Gesellschaft gerade ganz gut und auch in der Politik.
00:37:07: da sind ja auch viele ratlos.
00:37:11: Unser vergessenes Thema Die Woche hast du ausgegraben Erzähl mal!
00:37:15: Ja, es tut sich was Positives in Deutschland.
00:37:17: In der vergangenen Woche ist zum ersten Mal ein selbstfahrender Lkw.
00:37:21: Der hat nichtmals mehr eine Fahrerkabine von einem Warenlager zu einer Lidelfiliale gefahren und zwar sogar über eine öffentliche Straße.
00:37:29: das hat gut funktioniert...
00:37:31: Was ist erlaubt in Deutschland?
00:37:32: Das ist offenbar zumindest im Modell jetzt erlaubт und ist doch mal eine tolle Innovation!
00:37:37: Wir haben keine LkW-Fahrer die fehlen.
00:37:41: Ja, Lidl das Unternehmen ist ja inzwischen über die Schwarzgruppe eher so ein Digitalkonzern mit angeschlossenen Supermarkt.
00:37:48: Habe ich so das Gefühl und sollte man nicht vergessen dass sich da auch mal was Innovatives
00:37:54: tut.
00:37:55: Ich hoffe der Lkw hat die Radfahrer im toten Winkel im Blick Sagt
00:37:58: ihr Radfahrerin Das wird funktionieren.
00:38:03: Julia am Wochenende wird gewählt in Berlin In Mecklenburg-Vorpommern.
00:38:07: Was ist dann nächste Woche los?
00:38:10: Nächste Woche werden wir wieder viel darüber diskutieren, wie lange sich März noch hält.
00:38:14: Wie lange sich diese Regierung noch hält?
00:38:16: Was CDU und was SPD ändern müssen... Wenn
00:38:19: du jetzt wetten müsstest nächste Woche Samstag wenn wir senden ist er noch im Amt!
00:38:23: Also ja so schnell malen die Mühlen in Berlin jetzt auch nicht.
00:38:26: aber wenn mich jetzt fragen würdest gibt es regulär erst wieder zwanzigneunundzwanzig die nächste Bundestagswahl und will Friedrich Merz da nochmal antreten?
00:38:33: da wäre ich dann jetzt doch eher skeptisch.
00:38:36: So fragil wie das Ganze gerade ist, glaube ich nicht daran dass das die volle Legislatur hält.
00:38:42: Gut es wird spannend und das war sich schon wieder die zwölfte Folge von Leur & Pennecam.
00:38:49: Wir freuen uns über Feedback-Rückmeldung an Podcast at FAZ.de.
00:38:54: Sie können uns abonnieren bei Spotify oder Apple überall wo es Podcast gibt.
00:38:57: Folgen sie uns dann verpassen sie auch die nächste Folge nicht Und sie verpassen auch nicht ob Friedrich Merz noch Kanzler ist.
00:39:03: Jetzt heißt es aber erst mal wieder raus aus den Bubbles rein ins Leben.
00:39:08: Bis nächste Woche, wenn es wieder heißt
00:39:10: Lör und Pennecum!
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