AfD-Euphorie – wechselt die Wirtschaft die Seiten?

Shownotes

Die AfD greift in Sachsen-Anhalt nach der Macht. Obwohl Ökonomen vor den wirtschaftlichen Folgen warnen, sympathisieren Unternehmer mit der rechten Partei. Die wirtschaftliche Brandmauer ist längst gefallen.

Unternehmer wählen CDU oder FDP. Lange galt das in Stein gemeißelt. Doch in Sachsen-Anhalt, wo am Sonntag ein neues Landesparlament gewählt wird, bröckelt diese Gewissheit. Die FDP bewegt sich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, die CDU zieht nicht mehr wie früher – das gilt offenbar nicht nur in allgemeinen Umfragen, sondern auch unter Mittelständlern, die das Wirtschaftsleben der Region prägen. Die AfD, eine in Teilen gesichert rechtsextreme Partei, wird für viele von ihnen zur echten Wahlalternative.

Einen Eindruck davon bekamen Beobachter schon Mitte Juni in Halberstadt, während einer Wahlveranstaltung des Vereins Liberaler Mittelstand Sachsen-Anhalt. Einen FDP-Vertreter hatte die Vorfeldorganisation eben jener Partei gar nicht erst eingeladen, dafür aber den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Die rund 150 anwesenden Mittelständler bejubelten Siegmund, der den Unternehmern größere wirtschaftlicher Freiheit versprach und die CDU attackierte. Der CDU-Vertreter hingegen hatte es schwer und war bemüht, sich von der Bundespolitik der eigenen Partei unter Kanzler Friedrich Merz zu distanzieren.

Das wirft Fragen auf: Welche Interessen treiben die Unternehmer in ihren Wahlentscheidungen an? Sind sie in Sachsen-Anhalt längst Teil des Rechtsrucks? Oder werden sie im Zweifelsfall Demokratie und Vielfalt verteidigen? Und welche Folgen hätte ein AfD-Durchmarsch wirtschaftlich für die Unternehmer? Als einen springenden Punkt machen die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp im F.A.Z.-Videopodcast „Löhr & Pennekamp“ die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung aus. Viele Unternehmer hatten Kanzler Merz als „letzte Chance“ für eine Wirtschaftswende gesehen – für weniger Bürokratie, niedrigere Steuern und Abgaben und eine wirtschaftsfreundlichere Regulierung. Geliefert hat Merz, der in der Koalition mit der SPD viele Kompromisse machen muss, in ihren Augen bislang nicht.


Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp

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Transkript anzeigen

00:00:00: Julia, ich hatte eine Geschäftsidee diese Woche.

00:00:03: Man müsste eine Beratung gründen, eine Agentur, die Menschen dabei hilft wenn sie in Rente gehen.

00:00:09: Letzte Woche ist nämlich meine Büro-Nachbarin unsere langjährige Kommentarschefin Heike Göbel in Ruhe stand gewechselt und die hatte so viel zu tun, die Handynummer übertragen, die Daten auf dem Computer sichern das Dienstauto privat ummelden.

00:00:22: Die war tagelang gefühlt wochenlang damit beschäftigt.

00:00:26: immer fehlte noch irgendetwas.

00:00:28: Wenn einem das abgenommen würde, die Zahlungsbereitschaft wäre enorm.

00:00:32: Da sagst du ... Tausend Euro sorglos Paket?

00:00:36: Das machen wir auch!

00:00:37: Du bist aber ganz schön ordentlich zu tausend euro.

00:00:42: Ich hab's live erlebt.

00:00:43: Es gibt Leute, die da zahlen und weißt du warum es genau zu unserem heutigen Thema passt?

00:00:48: Das fragte ich mich gerade weil wir über Sachsen-Anhalt reden wollen.

00:00:52: Was hat das damit zu tun?

00:00:53: Nirgends in Deutschland sind die Menschen so alt wie in Sachsen-Anhalt, auf zwei Menschen im erwerbsfähigen Alter fällt dort eine Person über ... Und das gibt einen Riesenmarkt für dieses neue Serviceagenturangebot.

00:01:12: Ich hoffe du machst noch ne Weile Podcasts mit mir!

00:01:21: Und damit herzlich willkommen bei Leur und Pennecamp dem wirtschaftspolitischen Podcast der FAZ.

00:01:26: Mein Name ist Julia Leuer, ich bin Ressortleiterin für Wirtschaftspolitik im Hauptstadtbüro der FA Z in Berlin.

00:01:33: Mein name ist Johannes Pennekamp, ich Bin Ressortsleiter für Wirtschaftsberichterstattung in Frankfurt.

00:01:39: und damit herzlich Willkommen zurück aus der Sommerpause!

00:01:43: Ja, ab sofort wieder jeden Samstag beleuchten wir hier das wichtigste wirtschaftspolitische Thema der Woche.

00:01:49: Wir analysieren wer im Berliner Regierungsviertel welche Absichten verfolgt

00:01:54: und wir analysieren was wirtschaftlich wichtig ist.

00:01:59: Und in dieser Woche geht es um die Frage Der Aufstieg der AfD.

00:02:04: Wechselt die Wirtschaft da gerade die Seiten?

00:02:09: Julia aber jetzt erstmal zu dir.

00:02:11: du hattest ja wochenlang Urlaub.

00:02:13: Warst du mal raus aus der Pelina?

00:02:15: Politiker-Bubble?

00:02:16: Ja, war ich.

00:02:18: Ich war erst in Amerika und bin am Fuße der Rocky Mountains gewandert.

00:02:23: Und das vergangene Wochenende bin ich noch auf den Spuren von Friedrich Merz ein wenig unterwegs gewesen.

00:02:29: Ich bin nämlich den Tegernseer Höhenweg gelaufen.

00:02:32: Ganz kamst du nicht davon los offenbar?

00:02:35: Genau, richtig!

00:02:35: Ein bisschen verfolgt mich die Politik ja doch oder ich verfolge sie.

00:02:39: Genau also bin ich im schönen Gmund gestartet und nach Tegerssee gelaufen wo man in Bräustüber noch einen halben Liter Helles für drei Euro dreißig bekommt.

00:02:49: vielleicht sagen viele Zuhörer jetzt ne Was ist da dann besonders?

00:02:53: In Berlin zahlt man da locker ein Euro mehr.

00:02:55: Also von daher ja, sehr schön, schönstes Wetter, schönste Ausblicke.

00:03:00: und ein bisschen kann ich es verstehen als Friedrich Merz die Rückkehr nach Berlin schwer gefallen ist.

00:03:05: Mir ist so viel schwer gewesen.

00:03:10: Und damit zurück in die Bundespolitik beziehungsweise in die Landespolitik nach Sachsen-Anhalt.

00:03:16: dort wird am Sonntag einen neuer Landtag gewählt und die AfD liegt aktuell in den Umfragen über vierzig Prozent, die CDU unter vormundzwanzig Prozent.

00:03:27: Es könnte tatsächlich passieren, dass die AfD zum ersten Mal in einem Bundesland den Ministerpräsidenten stellt – in diesem Fall dann den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund.

00:03:37: Das wäre politisch eine Zäsur.

00:03:40: aber auch wenn das nicht dazu kommen sollte und es nicht zur absoluten Mehrheit reichen sollte, stellt sich zumindest hier die Bundespolitik auf sehr turbulente Tage ein denn um eine Regierung zu bilden, müsste dann der CDU-Kandidat Sven Schulze womöglich auch mit den Linken sprechen.

00:04:00: Da wird dann viel über die Frage diskutiert werden was ist eine Kooperation?

00:04:04: Was ist eine Zusammenarbeit?

00:04:06: Was sind Absprachen, die irgendwie noch vereinbar sind?

00:04:10: also die nächste Woche dürfte politisch sehr turbulent werden.

00:04:14: Wir analysieren hier heute wie sich die Unternehmen zur AfD positionieren.

00:04:19: Wir gehen der Frage nach, wie ernst sie eigentlich ihre Bekenntnisse zu Demokratie und Vielfalt nehmen?

00:04:25: Und welche Interessen Sie auch verfolgen?

00:04:27: Und wir schauen natürlich darauf, welche Folgen ein Wahlsieg der AfD wirtschaftlich für Sachsen-Anhalt hätte.

00:04:34: Wir reden darüber später mit Thomas Kowalski – das ist ein Bauunternehmer aus Halberstadt –, der sagt ich bin nicht nah bei der AfD aber ich bin weit weg von der CDU!

00:04:48: Das führt mich zu der ersten These, Julia.

00:04:52: Ich hab das Gefühl die Unternehmer haben ihr politisches Zuhause, dass lange bei der CDU war völlig verloren und vor allem die Bundespolitik und die Politik von Friedrich Merz treibt die Unternehmers jetzt in die Arme der AfD.

00:05:07: Das musst du belegen?

00:05:09: Ja ich fang mal an mit einem Unternehmertreff in Halberstadt Mitte Juni organisiert vom Verein Liberaler Mittelstand Sachsen-Anhalt.

00:05:18: Das ist so eine Vorfeldorganisation der FDP eigentlich, da waren ein Hundertfünfzig Mittelständler aus der Region in Halberstadt und unser Kollege Stefan Paravicini war dort vor Ort und er hat beschrieben wie der Applaus Ausbrach als eine Person die Bühne betrat und aufgerufen wurde Und das war Ulrich Sigmund, der Spitzenkandidat der AfD.

00:05:40: Bundesweit war er da noch relativ unbekannt aber dort war ja schon damals der Held der Unternehmer offenbar.

00:05:47: Vergleichbar viel Applaus hat höchstens fasenweise nochmal der Kandidat, der BSW bekommen also auch aus dem populistischen Lager.

00:05:56: die sogenannten Altparteien gingen da völlig unter und der CDU-Kandidat ,der dort vor Ort war, der war eigentlich nur damit Beschäftigt sich zu verteidigen und sich abzugrenzen von dem, was in Berlin bei Friedrich Merz passiert.

00:06:11: So ist die Lage?

00:06:12: Ja.

00:06:13: Und warum isst die Lage so ... Die ist so, weil Friedrich März im Wahlkampf ziemlich viele Versprechen gemacht hat, was sich alles in der Wirtschaftspolitik grundlegend anders ermachen wird wie die Wirtschaftswende aussehen wird.

00:06:27: also Sozialabgaben runter, Steuern runter, Bürokratie runter.

00:06:31: Alles sollte anders werden, zweistellige Milchadenbeträge beim Bürgergeld einsparen.

00:06:37: Es gab sehr viele große Versprechen die auch in der Wirtschaft sehr gut ankamen und dort sehr viel Hoffnung gemacht haben.

00:06:45: Das hat halt in diesem Jahr an Regierungsarbeit so mäßig gut geklappt.

00:06:50: also es gab zwar mal kurzzeitig diesen Investitionsbooster der beschlossen wurde und den Unternehmen etwas Entlastung verschaffen sollte aber danach ging's eigentlich nur noch.

00:07:01: Die Stromsteuer blieb hoch und die Rente wurde ausgeweitet, damit dann auch die Rentenbeiträge.

00:07:08: Jetzt gab es diese Woche wieder eine Steuerreform im Kabinett, die zwar Familien mit geringem Einkommen ein bisschen entlastet aber gerade die Topverdiener zu denen eben auch viele Unternehmer zählen stärker beelastet.

00:07:21: also von Entlastung kann da gar keine Rede sein.

00:07:24: der Wust an Bürokratie bleibt so hoch wie er schon immer war und da passiert wenig.

00:07:30: Die Enttäuschung über all das ist riesengroß, viele Unternehmer haben die Hoffnung, dass die AfD offenbar andere radikalere Wege einschlagen würde und sagen dann wie lasse ich neulich bei Kollegen in einer Geschichte sollen sie mal rennen oder zeigen was sie können?

00:07:51: Was viele Unternehmens- und CDU Stammwähler Friedrich Merz bis heute extrem übel nehmen ist dieses große Schuldenpaket, das sogenannte Sondervermögen, dass ja noch vor dem Staat auf den Weg gebracht wurde.

00:08:02: Nachdem Friedrich Merz im Wahlkampf genau das diese hohen neuen Schulden ausgeschlossen hatte und das hört man jetzt auch aus Sachsen-Anhalt, aus diesen Unternehmerkreisen immer wieder.

00:08:13: Das war ein Vertrauensbruch und das ist eine Steilvorlage für die AfD natürlich.

00:08:19: Aber ich glaube auch dieses Thema steuern nicht zu unterschätzen also Ein Punkt, der in der Wirtschaft eine große Rolle spielt.

00:08:27: Ja die Körperschaftssteuer soll sinken aber das kommt erst in ein paar Jahren.

00:08:33: Aktuell kommen eher weitere B-Lastungen zu.

00:08:36: der Solidaritätszuschlag bleibt also.

00:08:38: das sind alles so Punkte klar.

00:08:40: Die CDU hatte jetzt auch nicht so viele Stimmen bei der Bundestagswahl dass sie quasi durchregieren kann und alleine bestimmen kann.

00:08:47: Sie ist in einer Koalition mit der SPD und muss Kompromisse schmieden.

00:08:52: Die, wie ich finde sehr berechtigte Kritik.

00:08:55: Dass die SPD doch von ihrem Programm sehr viel in den Koalitionsvertrag gebracht hat und die CDU nicht ganz soviel.

00:09:02: Und das recht sich jetzt unter anderem.

00:09:05: Aber was ich mich da immer frage?

00:09:07: Ich meine eigentlich ist ja in Zeiten, in denen die CDU-Unternehmer enttäuscht... Das sind ja gute Zeiten für die FDP!

00:09:14: Ich mein es war auch mal die Partei, die viele Wirtschaftsvertreter zu sich gezogen haben.

00:09:20: Warum ist das eigentlich jetzt...?

00:09:22: Nicht mehr so.

00:09:22: Ich mein, in Sachsen-Anhalt ... Sie sind ein bisschen gestiegen aber sie liegen ja weiterhin unter der Fünfprozent-Schwelle.

00:09:28: Warum suchen die enttäuschten Unternehmer aus Halberstadt nicht dort ihre Zuflucht?

00:09:33: Ja man muss einmal sagen, die FDP war im Osten nie stark und bundesweit ging's mit der FDP bekanntermaßen bergab.

00:09:42: wir haben Personalproblemen und die haben es in Sachseneinhalb gar nicht geschafft über die Wahrnehmungsschwelle.

00:09:48: Die Spitzenkandidatin Lydia Hüskens hat versucht, einen engagierten Wahlkampf zu machen.

00:09:53: Das hat aber nicht verfangen!

00:09:55: Das ist die eine Dimension.

00:09:56: Es gibt noch eine andere Dimension, die das Ganze erklärt, warum jetzt auch wirtschaftsliberal denkende Menschen wie Unternehmer kein so großes Problem haben nach rechts zu switchen?

00:10:07: Wenn man ... Das hat ein bisschen einen ideengeschichtlichen Hintergrund.

00:10:11: fast könnte im Liberalismus.

00:10:14: Der Liberalismus, das war nie so ein reines Freiheitsprojekt wo es immer nur darum ging.

00:10:18: wir haben Marktwirtschaft.

00:10:19: Wir haben Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit alles zusammen.

00:10:23: Es gab schon immer diese Verbindung von marktwirtschaftlichen Denken hin zu wenn auch nicht Rechten aber doch autoritären Strukturen.

00:10:32: Also Milton Friedman die Ikone der freien Marktwirtschaft schlechthin Chile, der war Militärdiktator.

00:10:44: Oder zuletzt die Hayek-Gesellschaft in Deutschland eine liberale, libertäre Vereinigung.

00:10:50: Die hat dem argentinischen Präsidenten Millay, der ja auch autoritäre Züge hat ihre Medaille vergeben.

00:10:58: Diese Verbindung gab es schon immer und es gibt Kräfte, die kombinieren eben Elemente aus der freien Merkwirtschaft also Deregulierung niedrige Steuern mit so einer Skepsis gegenüber dem Staat, eine harte Hand in der Migrationspolitik, EU-Feindlichkeit, Elitenkritik.

00:11:17: Das ist eigentlich genau die Programmatik der AfD und darum können auch wirtschaftsliberaltickende Menschen so eine ideologische Nähe nach rechts haben.

00:11:28: das ist gar nicht so absurd.

00:11:29: Und ja so scheint mir dass in Sachsen-Anhalt auch stark passiert zu sein und die AfD war eben nicht präsent und hat es nicht verhindert.

00:11:37: Die FDP war nicht präsent, Entschuldigung.

00:11:39: Das ist richtig ja!

00:11:40: Ja und das deckt sich so ein bisschen mit dem was ich auch hier bei Veranstaltungen so häufiger erlebe.

00:11:45: also wo dann jetzt vielleicht nach dem zweiten Glas Bier oder Wein dann so etwas hinter vorgehalten hat gesagt ja eigentlich wir bräuchten hier einen Systemwechsel und radikal und alles ganz anders.

00:11:56: und für viele ist Millay ein Held was er in Argentinien alles verändert hat verändern konnte Und eine ähnlich radikale Veränderung wünscht man sich auch hier.

00:12:08: Also das wird zunehmend hoffig, dass auch zumindest so im vertraulichen Gespräch zu äußern.

00:12:14: Das habe ich so vor ein paar Jahren in Berlin tatsächlich noch nicht erlebt.

00:12:18: Das hat definitiv zugenommen.

00:12:20: Christian Lindmer hat mal gesagt mehr Millet-Wagen kann man aber auch nicht sehr gut rüber?

00:12:24: Ja, gut.

00:12:25: Zum Millet machen wir immer eine eigene Folge.

00:12:29: Genau!

00:12:30: Ja, was mir schon in meiner Arbeit lange begegnet und was mir jetzt auch wieder einfällt.

00:12:36: Unternehmen sind im Kern oder in der Summe am Ende doch Opportunisten.

00:12:41: oder etwas freundlicher ausgedrückt?

00:12:43: Sie sind keine politischen Überzeugungstäter die gehen dahin wofür sie am meisten drin ist und folgen ihren Interessen natürlich.

00:12:51: Opportunist ist natürlich jetzt schon ein hartes Wort oder Urteil.

00:12:55: also ich meine Ich sehe das ja hier in Berlin bei den Wirtschaftsverbänden.

00:13:00: Da gilt der Grundsatz, wir sind politisch neutral.

00:13:04: Wir arbeiten mit allen Parteien und Regierungen die gewählt werden zusammen unabhängig von der Farbe und ob sie die eigenen Positionen wiedergeben.

00:13:17: Allerdings gibt es auch da tatsächlich Abgrenzung gerade was die Einladungen von der AfD-Vertreter angeht, in Berlin da sind dann doch viele Wirtschaftsverbände skeptisch verzichten darauf.

00:13:29: Die Abgeordneten der AfD zur Veranstaltung einzuladen.

00:13:33: also da gibt es schon eine gewisse Distanz.

00:13:36: und umgekehrt gab es zumindest in der Vergangenheit auch häufiger mal ohne die AfD beim Namen zu nennen Äußerungen die darauf hinzielten dass dieser oder jener Verband, das doch für sehr schwierig halten würde wenn die AfD in irgendeiner Form mit der Regierung beteiligt wäre.

00:13:55: Also das ist so ein bisschen eine Gratwanderung, die ich hier erlebe.

00:13:58: aber vom Grundsatz her ist es natürlich so... Die Wirtschaft muss sich mit den Parteien und den Regierungen arrangieren, die die Wähler wählen.

00:14:08: Ja, das stimmt!

00:14:11: Ich würde trotzdem gerne noch mal Milton Friedman den eben Erwähnten Säulen Heiligen der Marktwirtschaft erwählen, zitieren.

00:14:19: Der einzige Zweck eines Unternehmens ist es die Gewinne zu maximieren und die ökonomische Forschung zeigt ganz klar wenn Unternehmen verknüpft sind mit Abgeordneten, mit Ministerien, gutes Lobbying betreiben.

00:14:32: Dann machen sie höhere Umsätze und höhere Gewinne.

00:14:35: Das liegt daran, dass Sie dann die Regulierung in Ihrem Sinne beeinflussen können, Aufträge erhalten, Genehmigungen leichter kriegen.

00:14:42: Und darum wäre es gar kein Wunder wenn sich die AfD- und Unternehmer künftig auch noch stärker vernetzen werden als Sie's ohnehin schon!

00:14:51: Du hast recht, die Verbände, die grenzen sich ab gerade auf Bundesebene.

00:14:56: Es gab vor einem Dreivierteljahr mal den Verband Die Familienunternehmen, die haben einen Beschluss gefasst, auf Bundesebene zumindest mit der AfD zu reden.

00:15:07: und dann gab es eine Veranstaltung.

00:15:08: da war live Eric Holm, der Wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag bei so einer Abendveranstaltung in Berlin dieses Verbandes zu Gast.

00:15:19: Es wurde dann öffentlich und es wurde ein riesiger Skandal daraus gemacht.

00:15:23: Und dieser Verband ruderte dann zurück, es wurde auch instrumentalisiert von der AfD.

00:15:28: damals.

00:15:28: sie gesagt haben seht hier das sind ja unsere Freunde und dieser verband hatte eigentlich nur die Intention zu sagen Ja gut die sind in den Umfragen stark wir müssen auch irgendwie mit denen einen Austausch herstellen.

00:15:40: Das ist aber auf der Ebene wieder zusammengebrochen.

00:15:45: Und wenn man jetzt mal schaut, es gibt eine Umfrage von INSAR aus dem April unter Unternehmern.

00:15:52: Das ist nicht genauer spezifiziert, wen die da gefragt haben.

00:15:55: Aber da sagten, thirty-two Prozent von diesen Unternehmern, sie würden die AfD wählen, fünfundzwanzig nur die Union.

00:16:03: Es war im Auftrag von NIOs diesem rechtspopulistischen Portal.

00:16:08: das muss man ein bisschen mit Vorsicht genießen.

00:16:10: Es gibt auch andere Befragungen, die zeigen die Unternehmer haben ne größere Ablenung gegen die AfD und die Position, aber die ticken auch nicht anders als der Rest der Bevölkerung.

00:16:20: Das stimmt!

00:16:22: Ich würde dir bei deiner Opportunisten- und Nutzenmaximiertese zumindest dagegen halten, dass ich von Unternehmern... ja, Unternehmer sollten nicht politisch sein Punkt, aber Unternehmer sollte schon ein bisschen Weitsicht haben was die weiteren Entwicklungen in der Politik angeht.

00:16:42: Es haben ja zum Beispiel Wirtschaftsforscher ausgerechnet, dass in dem Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt eine Finanzierungslücke von über zwei Milliarden Euro besteht.

00:16:51: Also das da alles Mögliche versprochen wird aber völlig unklar ist wie das eigentlich finanziert werden soll.

00:16:58: und da frage ich mich dann schon Ist das wirklich etwas was man so bejubeln sollte?

00:17:03: Beklatschen sollte?

00:17:04: also sollte man das nicht vielleicht auch als Unternehmer der ja meistens seinen Unternehmen auch langfristig fühlen will sollte man das nicht stärker hinterfragen, was da eigentlich überhaupt realistisch ist anversprechen.

00:17:17: Was da alles drin steht?

00:17:18: Also ja, das sehe ich kritisch wenn es quasi so in eine Fan-Kultur abdriftet und überhaupt keine Auseinandersetzung mehr mit dem inhaltlichen Programm stattfindet.

00:17:32: Ich bin wirklich sehr gespannt wie die Wahlanalysen, danach der Wahl in diesem Jahr ausgehen oder jetzt im Fall von Sachsen-Anhalt ausgehen.

00:17:41: Denn bei der Bundestagswahl war es ganz interessant zu beobachten da hatte die AfD jetzt bei den Selbstständigen lag sie quasi im Schnitt, den Sie auch bundesweit über alle Wählergruppen hinweg erreicht hat besonders stark was sie da bei den Arbeitern also bei denen die halt in den Unternehmen arbeiten, die nicht so viel verdienen die vielleicht auch frustriert sind, weil sie oft die Stelle wechseln mussten oder mal Phasen der Arbeitslosigkeit hatten.

00:18:06: Also das war quasi das Potenzial der AfD und bei den Unternehmern war das jetzt gar nicht so stark.

00:18:13: aber es könnte natürlich sein dass sich das jetzt verändert hat ist ja auch schon wieder ein bisschen Zeit seit dem vergangen.

00:18:20: also da bin ich tatsächlich sehr gespannt drauf.

00:18:24: Es gibt auch Erhebungen, die zeigen.

00:18:25: Wenn sich Unternehmen öffentlich sehr stark für die Demokratie positionieren und CEOs das tun dann ist es zum Teil sogar ineffektiv oder kontraproduktiv weil es diejenigen, die eben anders ticken erst recht aktiviert dann die AfD zu wählen.

00:18:43: ich will aber meinen der nicht so jetzt kein Pauschalvorwurf gegen alle Unternehmer sein.

00:18:49: Auf gar keinen Fall, aber noch mal ein bisschen aufzeigen was ich damit eigentlich meine.

00:18:53: also wir erinnern uns nach dem russischen Angriff auf die ukraine hatten wir in deutschland eine Debatte ob wir nicht von Deutschland aus das russische gas abdrehen sollten.

00:19:04: und da gab es den martin budermüller den bsf chef hat wirklich den untergang unserer volkswirtschaft an die Wand gemalt, sollten wir das tun.

00:19:14: Und hat eben eine Panik geschürt.

00:19:17: Das war natürlich auch, würde ich sagen in großen Teilen sein Eigeninteresse als BASF-Chef, die auf dieses billige russische Gas stark angewiesen sind.

00:19:26: Putin hat dann den Gashahn weitestgehend abgedreht.

00:19:30: Die Volkswirtschaft läuft nicht toll in Deutschland, so wissen wir alles aber zusammengebrochen und zerstört... ist sie auch nicht.

00:19:36: Oder denken wir mal an Donald Trump in Amerika, wie lange hat es gedauert bis Meter?

00:19:42: und andere großen Unternehmen?

00:19:44: Ihre ganzen Bekenntnisse zu Diversity- und Klimaschutz ganz schnell wieder an die Seite gepackt haben und haben gesagt okay, Donald, wir machen das alles so, wie du das

00:19:54: willst.".

00:19:55: Und deswegen heißt der Lake Ontario jetzt zum Teil Lake America.

00:20:00: ja dass ist auch kein gutes Beispiel wie schnell Google und Apple da eingeknickt sind.

00:20:05: Und Trump diesen Wunsch erfüllt haben, aber vielleicht nochmal kurz zurück der Blick was deine Studie mit diesen kontraproduktiv wirkenden Warnungen vor der AfD angeht als im Sommer zwanzig vierundzwanzig Landtagswahlkampf war vor den Wahlen in Sachsen und in Thüringen.

00:20:26: Da war die Wirtschaft ja relativ laut.

00:20:28: also da hatte der Schraubemiljadär Reinhold Wirt einen Brief an seine Belegschaft geschrieben und doch sehr eindringlich davor gewarnt, was es bedeuten könnte die AfD zu wählen welche Folgen das haben könnte.

00:20:41: Auch der frühere Siemenschef Joe Caser hat sich dazu Wort gemeldet speziell dann vor Ort in Ostdeutschland ein Bündnis von Unternehmern.

00:20:52: Das nannte sich Made In Germany, made by Vielfalt also so eine Initiative für Weltoffenheit.

00:20:58: und da kam es ja noch zu einem offenen Schlagabtausch auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Björn Höcke dem damaligen AfD-Spitzenkandidaten in Thüringen.

00:21:09: der hatte sich nämlich dann klar dagegen positioniert, gegen diese Initiative.

00:21:13: Und dann gesagt hier die Unternehmer, die sollten mal aufhören sich um die Politik zu kümmern und das der Politik überlassen.

00:21:21: Wenn er sich ... Er hätte sich vor einiger Zeit eine Säge von Stiel gekauft.

00:21:28: Das würde er heute nicht mehr machen weil sich Stiel auch gegen die AfD positioniert hatte.

00:21:33: also da ging es doch ziemlich hoch her und ich finde schon vielleicht täuscht mein Eindruck.

00:21:38: aber aktuell ist es deutlich ruhiger aus der Wirtschaft, was so die kritischen Stimmen angeht.

00:21:45: Was deine Studien betrifft mag das ja jetzt gar nicht schlecht sein also wenn das dann jetzt keine Gegenbewegung auslöst.

00:21:50: aber irgendwie auffällig finde ich dass schon, dass man in diesem Landtagswahlkampf jetzt nicht so deutliche Bekenntnisse für Weltoffenheit und gegen die AfD hört.

00:22:01: Ja teile ich absolut deinen Eindruck mag vielleicht ein bisschen auch daran legen, in Sachsen-Anhalt gibt es nicht so viele sehr große Unternehmen die direkt eine starke Stimme haben.

00:22:11: Es gab kleinere Aufrufe und einen Streik von Migranten vor der Wahl.

00:22:19: Nein aber der ganz große Widerstand bleibt.

00:22:21: aus würde zu meiner These passen dass man sich natürlich wappnet für diesen.

00:22:27: Ich würde sagen, woher ist ein Case?

00:22:28: Dass die AfD die absolute Mehrheit gewinnen.

00:22:31: Dann ist man nämlich abhängig!

00:22:32: Es geht dann um öffentliche Aufträge.

00:22:35: Wer kriegt da was?

00:22:37: und das Klima wird sich ganz schnell verschlechtern für diejenigen, die jetzt heute groß die Klappe aufreißen würden.

00:22:43: Das ist mal sicher.

00:22:46: Kommen wir zu der Frage, was das ganze wirtschaftlich bedeuten würde uns zu unserer dritten These einer AfD-Regierung direkt am ersten Tag ruinieren, aber sie würde natürlich das Investitionsklima und den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt schon schleichend und langfristig beeinträchtigen.

00:23:07: Und es gab dazu ja in den vergangenen Tagen auch viele Analysen von deinen Wirtschaftsforschungsinstituten also zum Beispiel das IWH in Halle – das hat ausgerechnet die Umsetzung der AfD Programmpunkte dazu führen würden, dass die Wachstumsrate das Wirtschaftswachstum um Null Komma Fünf bis ein Prozentpunkt sinken könnte.

00:23:31: Dann gab es noch eine andere Analyse, die kam hier vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

00:23:35: da wurde also dann vorgerechnet die jeder Bürger im Schnitt einen Einkommensverlust von rund thousand six hundred Euro befürchten muss und das rund Zehntausend Arbeitsplätze im Jahr verloren gehen könnten.

00:23:48: Das sind natürlich alles ganz eindrucksvolle Zahlen, aber ich frage mich dann immer wie belastbar ist das eigentlich?

00:23:54: Kann man das so einfach berechnen wenn die AfD an die Macht kommt?

00:23:58: Dann passiert das.

00:23:59: irgendwie bin ich da ein bisschen skeptisch.

00:24:01: Ja Skepsis ist auch angebracht.

00:24:04: also die AfD hat definitiv Programmpunkte in ihrem Wahlprogramm oder Regierungsprogramm, wie sie das selbst nennt die wachstumsfeindlich sind.

00:24:12: Das ist der Euroausstieg vor allem und aber auch natürlich alles was mit dem Thema Zuwanderung zu tun hat und in dieser einen sehr prominent gelaufenen Studie.

00:24:22: da geht es genau darum wenn jetzt ein Ausländerfeindliches Klima in einem Bundesland entstehen würde nach einem AfD, Wahlsieg oder Durchmarsch.

00:24:32: Was würde dann eigentlich passieren?

00:24:34: Und was haben die Forscher gemacht um das zu analysieren?

00:24:37: Die haben sich drei andere Fälle angeguckt wo vergleichbares in ihren Augen schon mal passiert ist.

00:24:43: einmal Siege der Lega Nord, der rechten Partei in Italien.

00:24:50: In einzelnen Regionen.

00:24:52: Dann hat man sich den Landkreis Sonneberg angeguckt, woher seit dem Jahr ein AfD-Landrat regiert und sie haben auf dem Brexit geguckt.

00:25:00: Und sie haben immer geguckt was ist nach diesen Ereignissen in Sachen Zuwanderung passiert?

00:25:06: Man hat dann gesehen okay es sind deutlich weniger Menschen gekommen und mehr Menschen auch ins Ausland weggegangen.

00:25:15: Und dieses AfD-Versprechen, wir holen ganz viele Einheimische, die jetzt im Ausland sind zurück.

00:25:21: Das ist überhaupt nicht passiert.

00:25:23: Daraus haben die Forscher, da nimmt man Modelle und berechnet das, kalkuliert das.

00:25:27: Wenn das auch in Sachsen-Anhalt passieren würde wie viele Arbeitskräfte würden fehlen?

00:25:32: Wie groß würde die Fachkräftelücke in der Pflege, in den Krankenhäusern überall werden?

00:25:37: Und daraus werden dann diese konkreten Zahlen abge... Leitet, wenn man in die Studien reinguckt.

00:25:43: Da werden eigentlich Bandbreiten und Schwankungsgrößen genannt.

00:25:47: also Man kann das in der Tendenz ernst nehmen aber ich würde nichts auf diese Nachkommensberechnung die dann oft in der Presse stehen geben.

00:25:57: Ja interessant ist ja auch wie Friedrich Merz sich zu dieser Frage wirtschaftliche Folgen eines AfD Siegs positioniert nämlich ziemlich deutlich, wie ich finde.

00:26:08: Also er hat jetzt im Sommerinterview mit der ARD sehr eindringlich beschrieben was das für das Investitionsklima bedeuten würde dass aus seiner Sicht heraus sich deutlich verschlechtern würde weniger Unternehmen nach Sachsen-Anhalt kommen würden weil wer wollte sich schon mit einem AfD Ministerpräsidenten beim schwarzen Stich für eine neue Fabrik zeigen?

00:26:31: Das war schon eine eine ungewöhnliche Einmischung hier Berlin, wie ich finde.

00:26:37: Also kann man natürlich diskutieren und da hat er sicherlich auch einen Punkt aber schon eine ganz klare Warnung in Richtung Sachsen-Anhalt.

00:26:44: allerdings muss man sagen was ja schon beschrieben die Wirtschaft in Sachsen Anhalt ist sehr kleinteilig es gibt wenig große Unternehmen.

00:26:52: Es gab den Plan den Chiphersteller Intel nach Magdeburg zu holen.

00:26:55: Da wurden sogar Subvention von bis zu zehn Milliarden Euro ausgelobt.

00:27:01: Aber trotzdem hat Intel am Ende von diesem Projekt Abstand genommen, weil das Unternehmen auch selbst in der Krise ist und ja Magdeburg dann da nicht mehr so weit oben auf dem Plan stand.

00:27:12: Also da hat sich dann das ohnehin zerschlagen.

00:27:15: was mit diesem Gelände jetzt passiert es offen.

00:27:18: also so richtig große Ansiedlungen gab es in letzter Zeit tatsächlich nicht.

00:27:23: ob noch weitere kommen werden wird man sehen müssen.

00:27:27: Das ist jetzt vielleicht ein bisschen eine unpopuläre Meinung, aber ich halte es sogar für möglich, dass eine AfD-Regierung kurzfristig dieser sehr schwachen Wirtschaft in Sachsen anhalt.

00:27:38: Vielleicht sogar helfen würde?

00:27:40: Im Wahlprogramm sind Sachen drin.

00:27:41: weniger Regulierung bei der Gewerbesteuer vielleicht ein bißchen runtergehen.

00:27:46: Weniger Umweltschutz – das sind Sachen die können kurzfristigt einer Wirtschaft natürlich auch helfen!

00:27:53: Aber interessant wäre natürlich eher etwas langfristig passiert.

00:27:57: Und da kommen wir dann halt zu diesem Thema Fachkräftemangel, insgesamt viel zu weniger arbeitskräftig.

00:28:04: Da gibt es auch Tourismus-, Gastgewerbe und diese Dinge.

00:28:07: die brauchen Arbeitskräfte und Nachwuchs.

00:28:09: Wer soll denn die Alten sonst da auch pflegen?

00:28:11: Und die Touristen versorgen und umherfahren also langfristig.

00:28:15: Das wäre meine Prognose.

00:28:16: Langfristig wird das ein Riesenproblem für Sachsen-Anhalt falls die AfD durchregiert.

00:28:20: kurzfristig würde man nicht viel sehen.

00:28:24: Realitätscheck hilfreich.

00:28:26: Ich meine viele dieser ganzen bürokratischen Regeln, wir sind auch keine Fans davon aber sie haben ihren Ursprung in Brüssel.

00:28:31: Sie haben zum Teil ihren Urspring in Berlin.

00:28:34: also das was eine Landesregierung in Sachsen-Anhalt da tatsächlich an Erleichterungen verschaffen könnte ist glaube ich weit aus geringer als dass was die AfD da gerade suggeriert.

00:28:45: also die große Kettensäge

00:28:48: Die wird's auf Landesebene, kannst die nicht geben.

00:28:49: Auch die

00:28:53: verbrechen

00:28:54: zu den Energiepreisen völlig unrealistisch.

00:28:57: Also die AfD setzt ja vor allem darauf ... Wir schaffen die Sanktionen gegen Russland ab und kriegen wieder billige Energie aus Russland.

00:29:05: Das ist natürlich billiger Populismus Und da wird gar nix passieren.

00:29:10: Es gibt eine ganz interessante hochrangig veröffentlichte Studie, die haben sich wirtschaftshistorisch angeguckt.

00:29:16: Was passiert denn wenn Populisten regieren?

00:29:19: Also Linke wie Rechte und da kommt man darauf dass das Wirtschaftswachstum insgesamt pro Jahr ein Prozentpunkt unter diesem normalen Wachstumpfstrend

00:29:29: liegt.

00:29:30: Das wäre auch meine Erwartung in Sachsen-Anhaltern.

00:29:33: Ich glaube Sachsen-Anhalt ist ein großes Problem in die Wirtschaftsstruktur, man damals nach der Wende wurde halt sehr schnell entschieden dass die Chemieindustrie erhalten bleiben soll.

00:29:42: Dass man dort möglichst nicht so viele Arbeitsplätze verlieren soll das war erst mal gut.

00:29:46: aber eben durch die hohen Energiepreise leidet diese Branche jetzt ganz besonders.

00:29:51: dann gibt es noch viele Autozulieferer viel von VW abhängig sind in Wolfsburg.

00:29:57: auch das ist gerade schwierig Und deswegen gibt es jetzt, also man sieht dieses Problem hier in Berlin auch.

00:30:03: In der Bundesregierung und deswegen gibt das jetzt auch Überlegungen ob man nicht mehr Rüstungshersteller auch nach Ostdeutschland aber speziell nach Sachsen-Anhalt bringen könnte.

00:30:15: Historisch bedingt konzentriert sich die Rüstung Industrie vor allem auf Westdeutsche Land.

00:30:21: Das wäre eine Möglichkeit Wertschöpfung in die östlichen Bundesländer zu bringen wenn dort auch neue Werke, Fabriken und Niederlassungen entstünden.

00:30:32: Die Ostministerpräsidenten haben das gefordert.

00:30:35: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat da auch durchaus Bereitschaft signalisiert ein Teil der vielen Schulden die wir jetzt für die Verteiligung ausgaben aufnehmen in die neuen Bundesländer zu lenken.

00:30:51: aber natürlich ist auch da dann so bisschen die Frage.

00:30:53: viele Menschen stehen der Aufrüstung dort sehr kritisch gegenüber sehen Russland jetzt auch nicht ganz so kritisch.

00:31:01: Wie anderswo in Deutschland?

00:31:04: ist das dann so?

00:31:04: das attraktive Umfeld für Rüstungshersteller?

00:31:06: Ich weiß es nicht, aber es ist zumindest ein Versuch die doch sehr einseitige Wirtschaftsstruktur ein bisschen aufzubrechen.

00:31:16: Wäre auf jeden Fall etwas wo gegen die AfD direkt wieder etwas hätte zu wettern und damit politisch zu punkten.

00:31:23: Ja, sprechen wir doch mal mit jemandem der da wirklich vor Ort ist und zwar mit Thomas Kowalski aus Halberstadt.

00:31:30: Er ist Geschäftsführer der Handwerker Union Halberstatt das es ein Sanierungsbetrieb mit gut zwei Dutzend Beschäftigten erkennt die Lage des regionalen Handwerks natürlich ganz genau und er war lange Ein Anhänger der CDU.

00:31:45: Und heute sagt er aber über sein Verhältnis zu den Parteien Ich bin nicht nah bei der AfD, aber ich bin weit weg von der CDU.

00:31:56: Eingangs habe ich das schon erwähnt.

00:31:58: Er hat in der FHZ diese Äußerungen rausgelassen.

00:32:02: Bei ihm ist seitdem viel los.

00:32:05: Hören wir doch mal was er heute sagt.

00:32:09: Guten Tag Herr Kowalski!

00:32:10: Herzlich willkommen bei Leur und Pennecamp.

00:32:13: Ja guten Tag Herr Pennecamp.

00:32:14: Herzlichen Dank für die Einladung und beste Grüße nach Frankfurt am Main.

00:32:18: Danke schön.

00:32:18: Sie haben kürzlich in der FAZ gesagt, ich bin nicht nah bei der AfD aber ich bin weit weg von der CDU.

00:32:25: Was hat dazu geführt dass sie sich weit von der cdu entfernt

00:32:28: haben?

00:32:29: Ja also die CDU setzt sich ja zusammen aus christlich demokratische union und christliche werte so wie ich sie verstehen sowie ich sie heute noch verstehe Das sind für mich eher ethische und moralische Grundsätze.

00:32:43: Also, wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um?

00:32:45: Akzeptiere ich so, wie sie sind?

00:32:47: Respektiere ich Sie?

00:32:49: Unterstütze ich Sie auch mal ohne eine Gegenleistung?

00:32:52: Einfach solche Dinge!

00:32:53: Und die Grundeinstellungen wurden für mich das erste Mal in der Corona-Krise nicht nur auf Eis gelegt sondern auch ausgehebelt.

00:33:02: Ob das jetzt fahrlässig damals war weil es keiner besser wusste oder vielleicht auch vorsätzlich das will ich nicht beantworten Aber in der Spitze eine gelbe Linie auf einem Weihnachtsmarkt, bei dem die Ingeimpften von den Ungeimpften getrennt wurden und die Unge impfen auch noch sanktioniert worden.

00:33:19: Wenn sie die Linie übertreten haben das hat sich für mich also mehr als ins Herz gebrannt.

00:33:25: Ja und heute Bundeskanzler Friedrich Merz er will ja eine wirtschafts liberale Politik machen.

00:33:31: eigentlich ist das als Unternehmer nicht in ihrem Sinne?

00:33:35: Ja, also eine wirtschaftsliberale Politik ist absolut in meinem Sinne.

00:33:39: Allerdings muss die natürlich auch glaubhaft durchgesetzt werden.

00:33:42: und ich sage mal die Kernkompetenzen, die ich nach wie vor der CDU zurechne, die gibt es aber sie finden einfach keine Mehrheiten mehr und wenn Sie keine Mehrheit mehr finden dann weiß ich nicht wer die Probleme lösen soll, die da vor uns liegen.

00:33:56: Haben Sie da das Gefühl, dass unter den mittelständischen Unternehmen die AfD inzwischen die Partei Nummer eins ist?

00:34:07: Also hier muss man zunächst einmal unterscheiden zwischen der Kommunalpolitik vor Ort.

00:34:11: Der Landespolitik auch bei uns in Magdeburg und auch der Bundespolitik in Berlin.

00:34:15: also hier fortlaufen die Dinge einfach einwandfrei also absolut zufriedenstellend.

00:34:20: Die Absprachen zwischen Stadt- und Landkreis funktionieren auf kurzem Wege Und auch individuelle Probleme der Unternehmer werden relativ schnell gelöst.

00:34:27: und das gleiche gilt im Wesentlichen in der Zusammenarbeit mit der Landesregierung.

00:34:32: Auch hier sehe ich kaum Probleme in den Abstimmungen zwischen Kommunen und

00:34:36: Landesverwaltung.".

00:34:37: Das wäre dann aber CDU geführt auf Landes- und Kommunalebene?

00:34:41: Genau, das wäre Landesebene und kommunal, aber spannender wird es eben tatsächlich auch der Bundesebene.

00:34:46: Und hier ist für viele Unternehmer das Kernthema die Wertschöpfung.

00:34:51: Und sehr viele Unternehmere dazu zähle ich nicht nur mich sehen einfach die Gefahr dass wir mittlerweile unseren eigenen Wohlstand aufgeben.

00:34:59: Vielleicht sagen Sie da nochmal ein, zwei konkrete Beispiele die dafür wahr antwortlich sind dass der Wohlstand in Ihren Augen bedroht ist.

00:35:06: Ja also ich sehe zum Beispiel das ist keine Meinung die ich mir jetzt hergeleitet habe sondern es lässt sich auch auf der Seite des IV nachlesen also dem Institut der deutschen Wirtschaft.

00:35:17: wir nehmen so wie ich das verstanden habe eine Billion Euro ein Und wir geben unheimlich viel aus für Zinszahlungen, für Ausgaben in Verteidigung die sehr hohen Transferzahlungen Richtung Rente und Soziales.

00:35:30: Und auch viereinhalb Millionen Angestellte im öffentlichen Sektor kosten Raunde baut vierhundert Milliarden im Jahr.

00:35:35: Das heißt nach meiner Begriff also nach meiner Rechnung bleibt dann nicht mehr all zuviel über um äh also für die Bereiche die unseren oder die die unsere Wohlstand verantwortlich sind.

00:35:46: Also alle investiven Maßnahmen ja?

00:35:48: Wir geben alles aus und produktive Maßnahmen.

00:35:52: Und haben nichts mehr über für produktive Massnahmen, das ist die Basis unseres Erfolges.

00:35:58: Wenn da Investitionen zum Erliegen kommen, was ich in sechs, sieben, acht Jahren sehe, dann haben wir ein riesengroßes

00:36:05: Problem.".

00:36:06: Die AfD will raus aus dem Euro, raus aus der EU!

00:36:09: Sie verspricht eine hohe Rente – alles wäre noch viel teurer für die Staatskassen?

00:36:15: Warum wollen denn gerade Unternehmer, die ja etwas von Wirtschaft ... und Wirtschaftlichkeit verstehen, die AfD wählen.

00:36:22: Und haben so eine Sympathie für die AfD?

00:36:25: Also der Ausdruck aus dem Euro-Raum – ich sage mal damit das Einigeln einer Gesellschaft ist mit Blick auf die Evolution dieser Gesellschaft natürlich ein totaler Humbug!

00:36:34: Ich glaube auch nicht dass dieses Ziel der AfD jemals mehrheitsfähig wird und deswegen sehe ich sowohl das Vorhaben als auch die Diskussion darüber für mich als eigentlich völlig irrelevant an.

00:36:46: Und zu der Finanzierbarkeit, der Wahlversprechen.

00:36:50: da vielleicht auch mal die Gegenfrage welche Partei hat denn in der Vergangenheit mal ein durchfinanziertes Wahlprogramm publiziert?

00:36:57: Ich kenne da auch die Einordnungen vom hier Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Halle.

00:37:04: aber das IWH ist auch schon in der vergangenheit bei uns in Sachsen-Anhalt in Erscheinung getreten mit sagen wir mal ökonomisch nachvollziehbaren, aber gesellschaftlich an der Relebensrealität vorbeigehenden Prognosen.

00:37:19: Und das muss man einfach nochmal separat besprechen und separat

00:37:22: bewerten.".

00:37:23: Als Unternehmer sind Sie auch Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen?

00:37:28: Die AfD will die Schotten dicht machen!

00:37:30: Besorgt sie das nicht falls die AfD gewinnen sollte?

00:37:34: Also ich selbst führe ja ein Handwerksbetrieb mit durchschnittlich zwanzig Arbeitnehmern und die Fluktuation bei uns im Unternehmen ist seit Jahren null, nahezu null.

00:37:42: Und da meine Motivation mich da Mitarbeitertechnik noch signifikant zu vergrößern ebenso fast zum Erliegen gekommen ist bin ich zunächst einmal persönlich jetzt nicht davon betroffen ob ich jetzt Fachkräfte aus dem Ausland bekommen oder nicht.

00:37:57: Das verhält sich aber eindeutig in anderen Berufszweigen natürlich anders, also Gastronomie, Pflege- und Dienstleistungssektor.

00:38:03: Das sind sicherlich alles Berufe die da dringend nach Verstärkung rufen um diese auch brauchen ja?

00:38:08: Und ich verstehe auch meiner vietnamesische Geschäftspartnerin die widmermäßische Fachkräfte hier zu uns in den Harz überführen will, sehr wohl die Sorge dass dann ihr irgendwann mal die Argumente ausgehen wenn ihre Befürchtungen wahr wären sollten.

00:38:24: Aber jetzt sage ich aber auch dieser Geschäftspartnerin das sie sich hier in Sachsen-Anhalt und zwar egal wie die Wahl ausgeht jederzeit auf eine richtig dicke fette demokratische Mitte an Menschen und Unternehmer verlassen darf diese fort unmittelbar mit ihrer vollen Kraft gegen etwa die Integrationshemden sich stellen würden.

00:38:42: Also das sehe ich noch sehr

00:38:45: aufgeweicht.".

00:38:46: Ja, mit dieser demokratischen Haltung kann man da trotzdem die AfD wählen wenn man sieht dass sich der Spitzenmann Siegmund mit einem Netzwerk von Leuten umgibt, die eine rechtsextreme Vergangenheit haben.

00:38:58: Ja, das ist also eine von mittlerweile wirklich sehr, sehr vielen Suggestief-Fragen.

00:39:01: Herr Penneckamp, die den Leuten hier in Sachsen-Anhalt immer gerne gestellt werden und gleich vorweg mit Suggestivfragen holen sie natürlich ja auch keinen mehr hinterm Ofen vorher.

00:39:10: Also kein AfD-Wähler wären Sie im Osten damit überzeugt da irgendwie noch zu dem Grün oder zur Linken immer noch zu wechseln.

00:39:17: Ich versuche es da gerne mal mit einem anderen Erklärungsansatz wenn wir die zwei Minuten haben.

00:39:22: Also ich habe in den letzten zwei Wochen sprich seit der Erscheinung dieses FAZ Artikel Unzählige Gespräche mit Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum geführt und ich verstehe auch ausnahmslos alle deren Sorgen.

00:39:35: Sei es eine ältere Dame gewesen, aus Süddeutschland mit vom Namen nach jüdischer Herkunft ein ehemaliger CDU-Bundestagsakku ordneter oder einen Kommunalpolitiker hier der Linken bei uns aus Halberstadt oder eben auch einfach nur Menschen mit ihren ganz eigenen persönlichen Problemen.

00:39:51: den allen Geht es nicht um die Frage, wer sich mit wem trifft oder wer was für eine Vergangenheit hat?

00:39:56: Oder wer auch welche Leichten im Keller hat.

00:39:58: Selbst auch hier Frau Cibora Seidlitz, die Spitzenpolitikerin der Grünen tut mir momentan sehr leid dass sie sich derzeit solchen in der Sache ja völlig irrelevanten Fragen stellen muss.

00:40:07: Den Menschen hier geht es ausschließlich um die Lösung ihrer Probleme und die doch nun auch wirklich erlaubt sein darf oder muss, ist.

00:40:15: Wer löst denn die Probleme dieser Leute?

00:40:17: Und wenn die bisherigen Regierungsparteien keine Lösungen mehr für diese Leute parat haben dann dürfen sie sich einfach nicht wundern dass die Menschen nach Alternativen suchen und bei diesen Alternatifen dann gegebenenfalls auch über einige Programmpunkte im Wahlprogramm vielleicht auch hinweglesen ja.

00:40:34: Vielleicht als letzter Satz noch mal ich mache hier keine Werbung für die AfD.

00:40:38: Ich habe nur immer das Gefühl wie man wieder neu erklären muss, wenn ich die Defizite einfach nur benenne.

00:40:44: Also beim Namennennen, die möglicherweise zu den Prognosen geführt haben, die wir ja täglich sehen.

00:40:50: Wir haben in Deutschland wirklich ernsthafte Probleme und das geht eben nur mit ernsthaften Menschen und davon gibt es in allen gesellschaftlichen Bereichen

00:40:57: genügend.".

00:40:58: Ich habe die Frage auch deshalb gestellt weil Sie ja gesagt haben dass die CDU auf Landes- und auf lokaler Ebene eigentlich einen guten Job macht und dass die Leute rund um Siegmund diesen ideologischen Antrieb haben.

00:41:09: Das ist ja keine Suggestivfrage, sondern erst einmal eine Beobachtung, die man in seine Wahlabwägung einfließen lassen kann?

00:41:17: Ja das stimmt da gebe ich auch recht und auch die Sorge teile ich.

00:41:20: aber die Frage wäre jetzt auch wie ihr seht es im Fall Chipporra Seidlitz aus.

00:41:25: Da geht's um Berichte dass der Ehemann der grünen Spitzenkandidaten Datin in Sachsen-Anhalt in den neunzigern Teil der rechtsextremen Szene im Harz gewesen sein soll.

00:41:35: Die Maßstäbe gelten natürlich für alle Parteien, da haben sie Recht.

00:41:39: Das können wir an dieser Stelle nicht mehr sehr vertiefen in diesem Podcast.

00:41:43: Ihre Argumente sind deutlich geworden.

00:41:45: Vielen Dank für das Gespräch!

00:41:47: Sehr gerne auf jeden Fall und jederzeit und gerne wieder.

00:41:52: Interessanter Gesprächspartner?

00:41:53: Also ich fand besonders interessant dass er diese Verletzungen oder Enttäuschungen bis zur Corona-Pandemie zurückgehen wie Angela Merkel damals Politik gemacht hat.

00:42:06: Ja, war ja auch einer der Gründe warum die FDP dann in der Bundestagswahl zwanzig-einundzwanziger sehr stark war.

00:42:13: Weil sie sich ja klar dagegen positioniert hatte.

00:42:16: aber dass das da auch der CDU bis heute angekreidet wird.

00:42:21: Ja interessant!

00:42:23: Ja fand ich auch total.

00:42:26: mein Fazit wäre zum einen Unternehmen werden ihre Interessen verfolgen.

00:42:32: Sie sind nicht die Retter der Demokratie, müssen das vielleicht auch gar nicht sein.

00:42:35: Aber das sollte man im Hinterkopf haben wenn man über die Wirtschaft und die AfD nachdenkt Und wir sollten uns glaube ich frei machen bei allen Interessen, die die Unternehmer verfolgen.

00:42:47: Wahlentscheidungen sind keine rein rationale Abwägung wo man sich eine plus minus Liste macht.

00:42:53: Nostalgie Emotionen Sehnsucht nach womöglich besseren Zeiten Die gar nicht so toll waren in Wirklichkeit All das spielt auch eine starke Rolle, da haben wir jetzt heute hier nicht so viel geredet.

00:43:05: Aber auch das zählt.

00:43:06: Bei den Sachverstand sollte man trotzdem nicht ausschalten und versprechen vielleicht mal kritisch hinterfragen.

00:43:14: FHZ lesen?

00:43:15: Das auch!

00:43:17: Ja, wie in jeder Woche wollen wir auch von Ihnen wieder wissen was Sie zu unserem Thema der Woche denken.

00:43:23: In diesem Fall zur Frage ja sollten sich Unternehmen politisch einmischen?

00:43:28: Sollten sie Stellung beziehen für Parteien gegen Parteien oder sollten sie sich besser still verhalten und sich auf ihr Geschäft konzentrieren?

00:43:37: Politik ist Politik Wirtschaft ist Wirtschaft.

00:43:39: Schreiben Sie uns Ihre Meinung an.

00:43:41: podcastetfaz.de.

00:43:45: Das vergessene Thema hast du diese Woche mitgebracht.

00:43:48: Das habe ich mitgebracht.

00:43:50: Und es ist jetzt ein Dreivierteljahr her, da sind amerikanische Spezialkräfte in Venezuela eingerückt und haben Nicola Maduro in seinem Trainingsanzug entführt und in einem amerikanischen Gefängnis gebracht.

00:44:08: Man hofft so vielleicht auf einen Regime-Change oder vielleicht Demokratie in Venezuela auch wenn das Donald Trump war.

00:44:15: Jetzt zeigt sich ... Pustekuchen, kein bisschen von dem.

00:44:20: Amerika hat sich letztes Wochenende den Zugriff auf erhebliche Teile der Venezuela-Venezolanischen Ölreserven gesichert.

00:44:27: zur Erinnerung.

00:44:28: Venezuela ist das Land mit den größten Öl-Reserven der Welt.

00:44:32: Amerika investiert jetzt da und hat sich dann vertraglich eben den Zuggriff auf diese riesigen Ölmengen gesicherten nicht auf alle aber auf große Teile.

00:44:41: es geht in dieser ganzen Sache und ging in dieser ganze Sache alleine ums Öl.

00:44:48: Ich finde, das ist eigentlich ein Thema, dass öffentlich völlig unterbelichtet wurde dieser Tage.

00:44:53: Hast du da Kritik aus Berlin vielleicht mal dazugehört?

00:44:55: Hat sich da irgendjemand zu geäußert?

00:44:58: Nicht, dass ich mir spontan erinnern würde.

00:45:00: Schönes Gruppenfoto beim G-twanzig Treffen in Amerika hat man gemacht,

00:45:03: glaub ich.

00:45:03: Immerhin ohne den Russen!

00:45:08: Ja, blicken wir noch kurz auf die nächste Woche was dann passieren wird jenseits der ... nach Aufarbeitung der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.

00:45:17: Es ist Haushaltswoche, wie immer im September eines Jahres.

00:45:21: wenn der Bundestag wieder zusammentritt dann wird über die Ausgabenpläne für das kommende Jahr beraten.

00:45:29: ungefähr fünfhundertfünfzig Milliarden Euro aus dem Kernhaushalt wenn man die ganzen Sondertöpfe noch dazurechnet weit über sechshundert Milliarden Euro.

00:45:39: also da geht es um gewaltige Summen.

00:45:41: was Aus unserer Sicht hier in Berlin mit einer der spannendsten Punkte ist, dass wir von nun an fast jedes Jahr mehr als zweihundert Milliarden Euro an neuen Schulden aufnehmen um all die vielen Ausgabenwünsche zu finanzieren.

00:45:57: Das treibt den Zinsaufwand, den wir alle dann auch aus dem Haushalt zahlen müssen gewaltig in die Höhe.

00:46:04: ja mal gucken wie viel Wallung das noch sorgen wird aber ich ahne, dass es nächste Woche so ein bisschen untergeht obwohl man darüber eigentlich Viel mehr sprechen müsste, wie sehr dieser Haushalt auf Sand gebaut ist.

00:46:20: Enkelfest?

00:46:20: Nee, es nicht enkelfest!

00:46:25: Das war die zehnte Folge Löhr und Pennecamp.

00:46:28: Vielen Dank an alle, die uns so tatkräftig unterstützt haben.

00:46:31: Und vielen Dank, dass Sie auch nach der Sommerpause wieder eingeschaltet haben bei uns.

00:46:36: Wir freuen uns auch weiter über Ihr Feedback-Fragenanregung.

00:46:39: Bitte alles an podcastetfaz.de oder lassen Sie einfach einen Kommentar oder eine Bewertung bei Spotify, Apple und Co da.

00:46:48: Vergessen Sie nicht uns zu abonnieren!

00:46:50: Dann verpassen sie auch nicht die nächste Folge... ...und damit jetzt raus aus den Bubbles rein ins Leben.

00:46:57: Machen Sie es gut bis nächste Woche wenn es wieder heißt

00:47:00: Lörr und Pennecamp.

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